Stendal (sz) l Der am Montag vergangener Woche bei einem Balkon-Sturz in der Liselotte-Herrmann-Straße lebensgefährlich verletzte Junge liegt auch eine Woche nach dem Unfall im künstlichen Koma. Das teilte Polizeisprecher Joachim Albrecht gestern auf Nachfrage mit.

Während die Ärzte in einer Magdeburger Spezialklinik um das Leben des 18 Monate alten Kleinkinds kämpfen, muss sich die 22-jährige Mutter strafrechtlichen Ermittlungen stellen: „Es ist ein Verfahren gegen die Frau eingeleitet worden“, sagte Albrecht. Demnach prüfen die Beamten, ob die Mutter ihre Aufsichtspflicht verletzt hat – oder nicht. Derartige Ermittlungen seien Standard in solchen Fällen.

Psychologische Betreuung für Mutter und Brude

Nach Erkenntnissen der Polizei war die junge Frau in der Wohnung in der obersten Etage eines Fünfgeschossers in der Liselotte-Herrmann-Straße. Beim Spielen mit seinem dreijährigen Bruder auf dem Balkon ist der Junge dann offenbar über die Brüstung geklettert und in die Tiefe gestürzt. Man habe inzwischen Zeugen des Vorfalls befragen können; auch Beweismittel seien gesichert worden, berichtete Albrecht.

Nach seinen Worten haben sich die Sozialbehörden unmittelbar nach dem Geschehen um die 22-Jährige und ihren älteren Sohn gekümmert: Unter anderem sei der Mutter eine psychologische Betreuung für sie und den Dreijährigen angeboten worden. Ob und wie intensiv sie dieses Angebot annimmt, sei der Polizei indes nicht bekannt.

Nach dem Balkonsturz am späten Vormittag des 17. August war der eineinhalbjährige Junge zunächst ins Stendaler Johanniter-Klinikum eingeliefert worden. Aufgrund der Schwere der Verletzungen hatten die dortigen Ärzte wenig später aber die Verlegung nach Magdeburg veranlasst; ein Hubschrauber brachte das Kind daraufhin in eine Spezialklinik.