Möringen l Generationen von Schülern hat das Kunstwerk begleitet – erst die der 1974 eröffneten der Polytechnischen Oberschule (POS) Möringen, dann die einer Sekundarschule und ab Mitte der 1990er Jahre die einer Grundschule. Vier Jahrzehnte nach der Eröffnung, im Sommer 2014, wurde der Schulbetrieb endgültig eingestellt. Der einstige Schulname „Erich Weinert“ war schon lange vorher verschwunden, das Kunstwerk von Robert Alouis Uxa und darunter ein „Möringen“ sind aber an der Fassade geblieben.

Persönliche Erinnerungen an einen Künstler

Vor Wochen hat der Stadtrat beschlossen, das Grundstück in Erbpacht abzugeben, damit dort eine moderne Kindereinrichtung für 60 bis 70 Kinder entstehen kann. Dafür muss ein Konzept vorgelegt werden, in dem ein Abriss des Schulgebäudes und ein kompletter Kita-Neubau ebenso möglich wären wie der Rück- und Umbau des Gebäudes.

Für Stadtrat Jürgen Schlafke (SPD) stellt sich dabei eine Frage: Was wird mit dem Kunstwerk von Robert Uxa? Er fragt das auch, weil er ganz persönliche Erinnerungen an den Stendaler hat, der 1935 im Sudetenland geboren und 2008 im Stendaler Hospiz gestorben war, weil er ihn privat kennengelernt und oft getroffen hat. Denn Jürgen Schlafkes Cousine war die zweite Ehefrau des Künstlers Uxa, der hauptberuflich als Lehrer gearbeitet hat. Unter anderem hat er im Bezirk Magdeburg als Berufsschullehrer technische Zeichner unterrichtet. Uxa selbst hatte mit 14 Jahren im Reichsbahnausbesserungswerk (Raw) eine Ausbildung zum Metallschlosser begonnen.

Bilder

Seine Werkstatt war sein Heiligtum

„In seinem Heiligtum, der Werkstatt, hat er als Freizeitkünstler viele Bilder gemalt und hervorragende Holzarbeiten angefertigt“, erinnert sich Jürgen Schlafke. Auch für das Theater der Altmark habe Uxa sehr schöne Kulissen gemalt.

„Das Bild des Möringer Kunstwerkes hatte er in seiner Wohnung in der damaligen Bernhard-Göring-Straße in Originalgröße an die Wand gemalt, bevor er 1976 nach dem Umzug in ihr Haus im Weidengang irgendwann begonnen hatte, die Skulptur zuzuschneiden und zusammenzuschweißen“, erzählt Jürgen Schlafke. Ans Möringer Schulgebäude kam das Werk, in dessen Mittelpunkt der Erdball steht, umspannt von einem Stern und Umlaufbahnen des weiten Alls, also erst einige Jahre nach der Eröffnung der POS.

Das Kunstwerk sollte auf keinen Fall verschrottet werden, wenn das Schulgebäude abgerissen oder umgebaut werden sollte, mahnt der Uchtspringer Ortsbürgermeister. Er könnte sich vorstellen, es zu sichern und an der Börgitzer Grundschule anzubringen. Das wird aber wohl nicht notwendig sein, denn die Möringer bekennen sich zu diesem Stück Ortsgeschichte: „Ich denke, es hat weiter seinen Platz in Möringen. Wir werden mit Sicherheit ein Plätzchen finden“, sagte Ortsbürgermeisterin Christina Jacobs auf Nachfrage.