Stendal l Als im März die Corona-Pandemie in Deutschland erstmals richtig zugeschlagen hat, hat Patrick Puhlmann (SPD) sein Amt als Landrat angetreten. Über diesen Start, schon Erreichtes und die Pläne für das nächste Jahr sprachen die Volksstimme-Reporter Regina Urbat und Donald Lyko mit ihm.

Volksstimme: Herr Puhlmann, seit März sind Sie Landrat. Wie würden Sie die Zeit seither beschreiben?
Patrick Puhlmann: Vielleicht ganz gut mit einem Beispiel: Seit März gibt es in Stendal die große Schadewachten-Baustelle vor meinem Büro, manchmal solide rumpelnd, aber meist mit ganz viel Lärm und Bewegung. Das beschreibt ungefähr das Jahr. Es gab – und das zeichnete sich ja seit Jahresbeginn ab – eine große Reihe von Baustellen, in die viel Energie hineingesteckt werden musste.

Dann war, um im Bild zu bleiben, die Corona-Pandemie vermutlich eine Großbaustelle?
Ja, denn die Kreisverwaltung hat sehr viel Kraft und Energie in die Pandemiebekämpfung stecken müssen. Und das hat sich zum Jahresausgang noch enorm erhöht. In Spitzenzeiten wie derzeit haben sich die Aufgaben vervielfacht, es muss ständig nachgesteuert werden. Jetzt braucht man das Doppelte an Leuten, um alles zu bewerkstelligen. Aber wir kriegen das hin, wenn auch mit Abstrichen. Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren. Baustellen bleiben, aber man sieht auch Fortschritte, wie jetzt mit dem Impfstart. Wenn ich das Bild schon bringe: Auch im Schadewachten geht es vorwärts. Wir haben zum Beispiel gerade einen Fernwärmeanschluss bekommen. Es wird also auch etwas fertig.

War es ein anstrengendes Jahr?
Ja, aber das war von vornherein klar. Denn es hat viel Kraft und Anstrengung und auch Hirnschmalz gekostet, alles organisiert zu bekommen. Wenn wir diese Kraft für andere Sachen als für die Corona-Pandemie hätten einsetzen können, zum Beispiel für die Digitalisierung der Verwaltung und die Vernetzung der Wirtschaft oder den Rettungsdienst sowie Mobilitätsfragen, dann wären wir bis Ende des Jahres in diesen Bereichen schon deutlich weiter. Die Herausforderungen der vergangenen Monate haben aber gezeigt, dass wir als Verwaltung solche Situationen bewältigen können, wenn alle mitziehen. Und das passiert hier.

Welche weiteren Schwerpunkte Ihrer Arbeit würden Sie beim Blick auf die vergangenen Monate nennen?
Auf jeden Fall das Krankenhaus Havelberg, die Gesundheitsversorgung dort, und die Digitalisierung der Verwaltung. Dabei geht es darum, interne Prozesse besser zu digitalisieren. Wir haben etliche Sachen angeschoben, die im nächsten Jahr wirksam werden. Manchmal scheitert es einfach daran, dass man derzeit nicht einfach mal 100 Laptops geliefert bekommt. Das wird nächstes Jahr hoffentlich besser.

Das komplette Interview im E-Paper oder in der Volksstimme-Ausgabe vom 30. Dezember 2020.