Weißewarte l Der zweite Bauabschnitt des Deichneubaus rund um Weißewarte, der den Anschluss an den Bucher Deich bei Köckte schafft, ist eigentlich der erste. Denn dieser zweite Bauabschnitt wurde seit Sommer 2017 als erster vorangetrieben und ist inzwischen fertig, während am ersten Bauabschnitt des neuen Deiches noch gebaut wird.

Doch auch der noch fehlende Teil des schützenden Halbrings um das Dorf nimmt jetzt langsam Form an. Im Bereich dieses „ersten“ Abschnitts – etwa 2,7 Kilometer in Richtung Köckte – wird ebenfalls seit Monaten gearbeitet. Der Bauabschnitt zwei (Deichkilometer 22,7 bis 25,7) – das Ende läuft an der Straße zwischen Tangerhütte und Weißewarte sanft aus – ist im Dezember übergeben worden.

10 Millionen Euro investiert

Viel war nach dem letzten Hochwasser 2013 diskutiert worden, wie ein wirksamer Schutz des Dorfes aussehen könnte. Nach 2002, als Demker, das inzwischen samt Elversdorf per Ringdeich gesichert ist, in den Fluten versunken war, und nach den Erfahrungen von 2013 stellte sich die Frage nach einem Deich auch für Weißewarte. Wenn beide Bauabschnitte des rund 5,7 Kilometer langen Deichabschnittas rund um den Ort fertig sind, dann sind dort gut 10 Millionen Euro investiert worden.

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Nördlich des Ortes, wo 2013 noch eilig zusammen geschobene Notdeiche das Schlimmste verhindern sollten und schließlich als Zuflucht für ausgebüchste Schweine aus dem Wildpark dienten, steht jetzt ein DIN-gerechter Deich, der den aktuellen Bestimmungen und den jüngsten Bemessungshochwassern Stand hält. Er passt sich den Geländehöhen an, ist zwischen 2,5 und 1,2 Meter hoch und wird in Richtung Tangerhütte (L31) flacher.

Rund 111.000 Kubikmeter bindiger Boden, 46.000 Kubikmeter Sand und Kies, aber auch 12.000 Kubikmeter Mutterboden, gut 700 Kubikmeter Splitt und 6 800 Kubikmeter Mineralstoffgemisch werden für den Weißewarter Deich verbaut.

Abschluss Ende 2019

Was jetzt noch fehlt, ist der Lückenschluss zum Bucher Deich. Rund 2,7 Kilometer Deich müssen zwischen Weißewarte und Köckte neu errichtet werden – bis Ende 2019 soll das voraussichtlich dauern, eine breite Schneise durch den Wald zeigt bereits, wo er stehen wird. Auch auf diesem Abschnitt werden Überfahrten und Siele einzubauen sein. Der neue Deich der westlich und nördlich um Weißewarte herumführt und von der L31 bis zum Weißewarter Weg (K 1469) einen Schutz vor den in die Tangerniederung strömenden Elbefluten bieten soll, hat drei Siele und ein Schöpfwerk, außerdem zahlreiche Übergänge erhalten.

Generell ist das Betreten oder Befahren (ohne Motor) aber nur auf gepflasterten Bereichen wie Deichverteidigungswegen erlaubt. Der Deichkörper (also sämtliche Grünflächen fünf Meter vor und hinter dem Deich) dürfe nicht betreten werden, macht Hans-Jörg Steingraf, zuständiger Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) auf Nachfrage deutlich. Im Wassergesetz des Landes sei geregelt, dass ausschließlich Wach- und Hilfsdienste im Zuge des Hochwasserschutzes befugt seien, diese Bauwerke zu betreten. Hinweisschilder sollen noch aufgestellt werden.