Tangermünde l „Leider haben wir die Brücke nicht hier“, sagt Thomas Tannhäuser. Sie ist nicht etwa kaputt. Aufgrund des Sieges in Magdeburg in der vergangenen Woche ist das Objekt auf dem Weg nach Berlin.

Thomas Tannhäuser ist stolz, mit seiner jungen und recht kleinen Truppe gleich beim ersten Anlauf Sieger geworden zu sein. Tannhäuser kommt einmal pro woche für eine Stunde nach Tangermünde in den Brunsberg-Sekundarschule. „Im Rahmen der Ganztagsschule bieten wir für die Schüler der Klassen 5 und 6 die Arbeitsgemeinschaft Holzwerken an“, berichtet Schulleiterin Andrea Schmidt. Zu Beginn des Schuljahres war es möglich, sich für eine AG einen externen Experten ins Haus zu holen. Und Thomas Tannhäuser ist ein solcher. Denn im wahren Leben arbeitet er als Bauingenieur.

Vier Materialien erlaubt

Bis zum Ende November hatte er Zeit, in der jungen AG die passenden Schüler zu finden. „Die drei Kreativsten haben ich gefragt, ob sie Interesse hätten, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen“, erzählt er. Zwei Schüler aus der achten Klasse holte er zur Unterstützung dazu.

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Aufgabe war es, eine Fuß- und Radwegbrücke als Modell zu bauen. Vier Materialien waren für den Bau erlaubt: Papier (80 Gramm schwer), Klebstoff, Bindfaden und Stecknadeln. Außerdem musste das Bauwerk freitragend eine Spannweite von 60 Zentimetern aufweisen und an der ungünstigsten Stelle die Last von einem Kilo tragen.

Intuitiv gebaut

„Wir haben eher intuitiv gebaut, geschaut, was geht, was geht nicht“, erzählt Thomas Tannhäuser, der seine Fachkenntnisse dabei mit einfließen lassen konnte. „Letztendlich wurde es recht knapp von der Zeit her. Doch wir haben es geschafft. Am 15. Februar zum Abgabetermin stand auch das Tangermünder Modell in Magdeburg.“

Preisverleihung in Berlin

107 Teams hatten sich allein der der Kategorie bis Klasse 8 mit einem Bauwerk zu diesem Thema beworben. „Als wir zur Preisverleihung nach Magdeburg fuhren, wussten wir nicht, dass wir gewonnen haben“, so der Bauingenieur. Umso größer war die Freude, als den fünf Sekundarschülern während der Landesbauausstellung am Freitag in der Landeshauptstadt die Siegerprämie von 250 Euro überreicht wurde. „Was wir mit dem Geld machen werden, steht noch nicht fest“, sagt Thomas Tannhäuser. Außerdem gab es für die Gruppe einen Solarbaukasten und für jeden im Team ein kleines Geschenk. Und für alle zusammen auch noch den Fahrschein nach Berlin, wo die Bundespreisverleihung stattfinden wird: am 15. Juni im Technikmuseum.

Mädchen können mitmachen

Die Schulleiterin und ihr Stellvertreter Volker Kliche sind nicht nur begeistert von diesem genialen Auftakt der jungen Arbeitsgemeinschaft. sie freuen sich auch, dass die AG einen so großen Zuspruch bei den Schülern findet. Zwar sind es nur Jungen aus den Klassen 5 und 6, zu denen sich auch gern noch Mädchen gesellen könnten. Doch die elf, die jeden Montag dabei sind, haben bereits beachtliche Dinge geschaffen. „Angefangen haben wir mit einem Holzuntersetzer“, erinnert sich Thomas Tannhäuser. „Das war für den Anfang vielleicht etwas zu schwierig, so dass einige wieder abgesprungen sind.“ Die, die durchgehalten haben, können inzwischen auch noch einen Weihnachtsbaum und einen Würfel im Würfel vorweisen. Derzeit bauen sie eifrig an einem Flaschenhalter.