Stendal l Umgerechnet auf die Einwohnerzahlen hiesiger Kommunen, ist das Heer der Kurzarbeiter in der Altmark auf die doppelte Größe der Stadt Bismark angewachsen. „Seit Verschärfung der Corona-Krise im März wurde bis einschließlich Mai für insgesamt 16.758 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt“: Das berichtet Carolin Piehl, Sprecherin der Agentur für Arbeit Stendal auf Nachfrage der Volksstimme.

Zwar stehen die Daten für den Juni noch nicht fest, doch am heutigen 30. Juni endet für viele Arbeitgeber eine wichtige Frist: Nur noch heute können sie mit der Arbeitsagentur das Kurzarbeitergeld für März abrechnen. Entscheidend sei das Eingangsdatum ihres Antrags.

Später gibt’s nichts mehr

Mit anderen Worten: Chefs, die den heutigen Dienstag ungenutzt verstreichen lassen, haben keine Möglichkeit mehr, sich von der Arbeitsagentur das im März an die Beschäftigten bereits ausgezahlte Kurzarbeitergeld erstatten zu lassen. Mit dem erneuten Hinweis auf den Stichtag „30. Juni“ will die Stendaler Arbeitsagentur böse Überraschungen vermeiden helfen. Denn „rund 90 Prozent der Unternehmen und Lohnbüros haben erstmalig mit dem Verfahren zu tun und daher wenig Erfahrung“. Bei den Anträgen an die Agentur sei wichtig, nicht nur das ausgezahlte Kurzarbeitergeld zu nennen, sondern auch die abgeführten Sozialversicherungsbeiträge auszuweisen.

Bis Ende Mai lagen der Agentur Stendal insgesamt 1957 Anzeigen über Kurzarbeit vor; davon kamen 1108 aus dem Landkreis Stendal, die restlichen 849 aus dem Altmarkkreis Salzwedel.