Stendal l Wenigstens eine gute Nachricht konnte Maria Wendt, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung des Landkreises Stendal, am Mittwoch während der Sitzung des zuständigen Ausschusses übermitteln: Die Auszahlung der Novemberhilfen an Unternehmen, die in Folge des Lockdowns schließen müssen, habe nach langer Wartezeit endlich begonnen.

Überbrückungshilfe III soll Fixkosten decken

Im Rahmen des Hilfsprogramms erhalten die Antragssteller vom Bund 75 Prozent des Umsatzes, den sie im Jahr 2019 erzielt hatten. „Bei den Dezemberhilfen hakt es momentan noch“, stellte Maria Wendt fest. Sie wies darauf hin, dass außerdem die Überbrückungshilfen III, bei denen die Fixkosten erstattet werden, für den Zeitraum zwischen November 2020 und Juni 2021 beantragt werden können.

Für die Auszahlung des Hilfsgeldes ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt zuständig. Das Amt für Wirtschaftsförderung steht den Unternehmen bei der Beantragung helfend zur Seite. Ob die Zahl der Insolvenzen im Zuge der Corona-Krise im Landkreis zugenommen habe, konnte sie nicht beantworten. Die Daten lägen noch nicht vor.

Baugewerbe sendet positive Signale

Nicht verhehlen wollte die Amtsleiterin, dass die Stimmung in den von den Schließungen betroffenen Branchen immer mehr in Resignation umschlägt. „Wir sind mit vielen Unternehmen im Kontakt. Die Betroffenen sind emotional leider mittlerweile sehr weit unten“, stellte die Wirtschaftsförderin fest. Es falle immer schwerer, ihnen Mut zuzusprechen. Diesen Eindruck bestätigte Thomas Lötsch (CDU), der 2. Beigeordnete des Landrates: „Viele Menschen sind ausgezehrt.“ Das liege nicht zuletzt auch daran, dass die Umsetzung der Hilfsprogramme so viel Zeit in Anspruch nimmt.

Umso wichtiger sei es deshalb, dass die Hilfen so schnell wie möglich bei den Betroffenen ankommen. „Der Landrat hat sich deshalb schon mit dem Wirtschaftsminister in Verbindung gesetzt, um sich für eine rasche Auszahlung einzusetzen“, berichtete Lötsch.

Gastronomie besonders betroffen

Als Beispiele für besonders betroffene Bereich nannte Maria Wendt zuvorderst die Gastronomie, den Einzelhandel, Bäckereien, Friseure und Kosmetikstudios. Besonders ganz kleine Unternehmen treffe dies hart. Umso mehr, weil die Inhaber keine Grundsicherung beantragen können und von ihren Rücklagen zehren müssten.

Relativ stabil sei die Lage dagegen im Baugewerbe und in der Landwirtschaft. „Das Baugewerbe musste bisher noch keine großen Auftragseinbrüche hinnehmen“, sagte Maria Wendt.