Stendal l Ein Clown im Moskauer Circus und seine Nummern leben vom Spiel mit dem Publikum. Leben davon, sich aus dem Zuschauerraum Kinder und Erwachsene in die Manege zu holen – weniger zu ihrem, dafür umso mehr zum Spaß für die anderen Gäste. In Corona-Zeiten ist alles anders, Abstände sind einzuhalten, ein zu enger Kontakt ist zu vermeiden – auch für Clown Oleg. „Er musste alle seine Nummern umstellen“, sagt Gino Frank, Betriebsleiter beim Moskauer Circus. Oleg hat es gemacht, um mit dem Moskauer Circus wieder auf Tournee gehen zu können – anders als die meisten Zirkusse, die noch immer pausieren.

„Wir sind froh, nach vier Monaten Stopp wieder loslegen zu können“, freut sich Gino Frank. Der ursprüngliche Tourneeplan wurde umgestellt, nun ist der Moskauer Circus vor allem in den ostdeutschen Bundesländern unterwegs – und dank der Umplanung erstmals zu Gast in Stendal. „Eine schöne Stadt“, für die er lobende Worte findet für die gute Zusammenarbeit, beim Buchen des Platzes ebenso wie beim Anbringen der Werbeplakate.

Weniger Mitarbeiter im Moskauer Circus

„Die Leute sollen sehen, dass es wieder losgeht mit Veranstaltungen, sollen sehen, dass wieder etwas passiert“, sagt der Betriebsleiter, der gestern noch fleißig mit seinen Mitarbeitern dabei war, das Zelt aufzubauen. Begonnen hatten die Arbeiten schon am Dienstag, und nicht nur die Hitze machte den Männern ordentlich zu schaffen. „Der Boden ist ganz schön hart“, so Gino Frank. Beim Zeltaufbau muss er derzeit mit weniger Personal auskommen, denn einige der Zeltarbeiter aus Polen und der Ukraine konnten noch nicht wieder einreisen. Insgesamt ist der Moskauer Circus mit rund 70 Leuten in Stendal, normalerweise sind bis zu 100 Personen mit auf Tournee. Wegen Corona gibt es im aktuellen Programm keine Tiernummern, aber es laufen bereits Verhandlungen für eine Raubtier-Nummer, kündigt Gino Frank an. „Wir haben aber trotzdem ein tolles, richtig starkes artistisches Programm“, wirbt er. Die mitwirkenden Artisten seien beim russischen Staatszirkus gewesen und hätten die renommierte Staatsschule für Zirkuskunst in Moskau besucht, sagt er. Einige der Nummern seien beim Zirkusfestival in Monte Carlo ausgezeichnet worden. Seinen Sitz hat der Moskauer Circus, der sich als „einer der letzten Großzirkusse aus Deutschland“ vorstellt, jedoch im bayerischen Senden.

"One world" im Moskauer Circus

Heute hebt sich auf dem Stendaler Schützenplatz der Premierenvorhang für die Show „One world“, in der Artisten aus mehreren Ländern zu erleben sind. Tanz auf dem gespannten Drahtseil, Magie, Kraftakrobatik, ein Spring-Festival auf dem Trampolin, Partnerjonglage, Handstandakrobatik und mehr gehören zum Programm. Ein Showballett und Clown Oleg runden die 120-minütige Show ab.

Wegen der Corona-Auflagen können das Programm pro Vorstellung maximal 500 Gäste erleben. Von den sonst 1000 Sitzen wurde ein Teil entfernt, um den Mindestabstand gewähren zu können. „Zum Glück haben wir im vorigen Jahr Plastiksitze angeschafft. So hat jeder wie im Stadion einen separaten Platz, wir haben keine Bänke“, erklärt Gino Frank. Bis zum Sitzplatz besteht Maskenpflicht, die Besucher werden zu ihren Plätzen geführt. Familien können zusammensitzen.

 

Vorstellungen im Moskauer Circus gibt es heute sowie am Freitag, 18. September, und Sonnabend, 19. September, jeweils um 17 Uhr und um 19.30 Uhr, am Sonntag, 20. September, nur um 11 Uhr. Am Freitag ist Familientag, an dem Erwachsene Kinderpreise zahlen. Die Zirkuskasse öffnet eine Stunde vor Beginn der Vorstellung.