Wahrenberg l Am Elbehof Wahrenberg ist wieder Zeit für ein neues Theaterprojekt. Wie in den Vorjahren treffen sich seit ein paar Tagen rund 30 Jugendliche aus Berlin-Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt samt Betreuern, um ein paar gemeinsame und unterhaltsame Tage in der Naturidylle an der Elbe zu verbringen, dabei kreativ zu sein und ganz freiwillig ihre sozialen Kompetenzen zu schärfen.

Klingt anspruchsvoll, ist es aber auch. Wie soll man es sonst beschreiben, wenn sich Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren auf eigenen Wunsch Themen wie Flüchtlingen, Ausgrenzung, Mobbing oder sexueller Selbstbestimmung widmen, um nur einige Beispiele zu nennen. Und sich dabei mit fachlicher Unterstützung selbst um Bühnenbild, die Requisiten, Dialoge, Körpersprache und vieles mehr kümmern.

Das kommt dabei raus, wenn man die Teilnehmer des Theatercamps selbst entscheiden lässt, erklärt Carina Slavik, die im richtigen Leben Theatermalerin an der Staatsoperette Dresden ist. Nach dem die Teilnehmer in den vergangenen Jahren immer ein Stück zur Vorlage hatten, um es in einer eigenen Version zu inszenieren (2018 war es das Buch „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers), gibt es dieses Mal keinen Autor, der Kurs und Takt vorgibt. Nur der Arbeitstitel des Stücks stand mit „Am Rande“ früh fest.

Bilder

Szenen selber ausdenken

Die Protagonisten denken sich alle Szenen selbst aus, wobei ihnen das tägliche Warm up, Improvisation und zum Beispiel Claudia Sticker helfen. Die Theaterpädagogin ist wie andere Betreuer mit künstlerischer Vita aber eher Ratgeberin als Regisseurin. Sie gibt unter anderem Tipps zur Dramatik, zu den Dialogen, zur Körpersprache oder zur Spielrichtung. Am Ende soll ja auch dieses Resultat wieder einem möglichst großen Publikum präsentiert werden.

Und zwar am Sonnabend, 27. Juli, ab 18 Uhr am und um den Elbehof. Denn die sieben unabhängigen Szenen – deshalb der Untertitel szenische Collage – werden im Freien aufgeführt. Weil das die Jugendlichen selbst so wollten, vielleicht aber auch aus der Erfahrung heraus, dass es 2018 im Saal bei ähnlichem Wetter wie dieser Tage sehr warm wurde. Aber lange Fußmärsche werde man den Gästen nicht zumuten, so Carina Slavik im Gespräch mit der Volksstimme.

Sie weist auch darauf hin, dass Gäste, die vorher noch einen Imbiss, eine Erfrischung oder einen Kaffee zu sich nehmen wollen, dazu bis zur Vorstellung im benachbarten Deichcafé „Anne~Elbe“ die Gelegenheit haben.

Eintritt wird übrigens nicht erhoben. Spenden nehmen die Campteilnehmer zur Deckung der Kosten aber gern entgegen. Zumal das Theaterprojekt eine private und ehrenamtliche Initiative ist, bei der keine Zuschüsse fließen.