Osterweddingen/Langenweddingen/Altenweddingen l Es ist nur eines von etlichen Beispielen. Der SPD-Ortsverein Sülzetal hat vor kurzem eine Aktion initiiert, bei der 1900 Kilogramm Müll, 1400 Kilogramm Bauschutt und 18 Reifen am Feldweg zwischen Altenweddingen und Langenweddingen eingesammelt worden sind. „Jetzt habe ich wieder einen ganzen Sack Müll am Wegesrand einsammeln müssen“, berichtet Martin Wolff von der Ortsgruppe. „Zwei weitere gefüllte Müllsäcke lagen außerdem schon wieder direkt am Ackerrand. Dankenswerter Weise wurden sie inzwischen vom Landkreis Börde entfernt.“

Wolff bringt gegenüber der Volksstimme seinen Unmut zum Ausdruck. „Ich schäme mich dafür, dass einige unserer Mitmenschen offenbar keine Hemmungen haben, ihren Unrat in der Gegend zu verteilen“, sagt er. „Was für eine Sauerei. Deshalb fordere ich alle auf, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.“ Jeder könne hierbei Vorbild sein. Er werde vermüllte Ecken und Feldränder im seinem Umfeld nicht länger hinnehmen und weiter dagegen vorgehen. „Wenn ich Umweltsünder dabei ertappe, wie sie die Natur verschmutzen, werde ich sie anzeigen“, betont Martin Wolff.

Entsorgung verschlingt viel Geld

Mit seiner Meinung steht er dabei nicht allein, denn die illegale Entsorgung von Müll ist in der Gemeinde Sülzetal nicht nur hinlänglich bekannt, sondern sie sorgt auch dafür, dass erheblich viel Geld aufgewendet werden muss, um diese zu beseitigen. „Stoßen wir innerorts auf solche Hinterlassenschaften, haben wir nicht nur die Arbeit, sondern auch die Kosten bleiben bei uns hängen“, erklärt Anne Schneider, verantwortlich für die allgemeine Gefahrenabwehr, Sicherheit und Ordnung im Ordnungsamt der Gemeinde. „Außerhalb der Ortschaften trifft dies den Landkreis Börde.“

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Insgesamt kommen dabei finanzielle Ausgaben zusammen, die Gemeinde und Landkreis gern vermeiden würden. „Eigentlich ist jeder Feldweg betroffen“, sagt Anne Schneider. „Überall finden sich Ansammlungen von Haushaltsmüll. Das geht über Bauschutt bis hin zu Altkleidern. Die Bandbreite ist riesengroß.“

Innerorts ist der Standort der Glas- und Altkleidercontainer nahe dem Sportforum in Altenweddingen ein „beliebter“ Entsorgungsort. Aber auch das Gewerbegebiet in Osterweddingen strotzt meist nach den Wochenenden vor regelrechten Müllbergen.

Viel Müll am Bucherwerg

Diese Fakten treiben Gemeinde-Bürgermeister Jörg Methner (SPD) regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht. „Das sind unfassbare Mengen, die wir da entsorgen“, erzählt er. „Allein diese Arbeiten würden eine ganze Stelle rechtfertigen, da sie eine Rundumbeschäftigung darstellen.“

Mal eben ein Container zur Entsorgung sei keineswegs genug, um den ganzen Unrat aufzunehmen. „Besondere Probleme gibt es auch auf dem Weg von Blumenberg nach Schwaneberg“, weiß Methner zu berichten. Diese Verbindung bildet die Verlängerung des Bucherwegs, der von Wanzleben nach Blumenberg führt. Schon dort stellt er einen echten Hotspot für Müllverkippung dar. „Zwei Wochen, nachdem wir hier Unrat in Größenordnungen beseitigt haben, lag schon wieder alles voll“, berichtet der Ordnungsamtsleiter der Stadt Wanzleben, Kai Pluntke, gegenüber der Volksstimme.

Jörg Methner kennt das nur zu gut. „Für mich bleiben manche Aktionen unverständlich“, sagt er. „Oft finden sich Teppichreste und ausrangierte Möbelstücke. Das holt die Abfallentsorgung doch kostenfrei direkt an Privat-Grundstück en ab.“ Dass sich manche Leute die Mühe machen und solche Dinge in die Feldmark transportieren, bleibt dem Bürgermeister unverständlich. „Da muss man schon von krimineller Energie sprechen“, äußert er sich. „Kriminell wird es übrigens auch, wenn Asbest und irgendwelche Chemikalien in der freien Natur landen.“ Von einer Ordnungswidrigkeit sei dann nicht mehr die Rede. „Da geht es tief in den Straftatbereich und es drohen bis zu fünf Jahre Haft“, betont Methner.

Gemeinde hofft auf Hinweise

Der Bürgermeister setzt bei der Aufdeckung dieser Taten auf Hilfe von den Bürgern. „Das Thema Ökologie und Umweltschutz wird derzeit heiß debattiert“, sagt er. „Dennoch gibt es Leute, die das alles scheinbar nicht die Bohne interessiert. Wir werden verstärkt Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen.“ Dabei hoffe er auf eine gewisse Zivilcourage aus der Bevölkerung heraus.

„Diese Verschandelung der Landschaft und letztendlich auch die enormen Kosten gehen uns schließlich alle an“, sagt er. „Hinweise werden vertraulich behandelt, es geht darum, diesem unsäglichen Treiben ein Ende zu setzen und die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.“ Nur so könne bei anderen eine Art Lerneffekt einsetzen. Das Ordnungsamt werde verstärkt und durchaus zu ungewöhnlichen Zeiten Kontrollen durchführen, um der Übeltäter habhaft zu werden.