Wanzleben l Die frühere Freilichtbühne im Volkspark Wanzleben gleicht einem Schlachtfeld. Über die gesamten Sitzreihen verteilt liegt Müll. Plastikbecher, Papier, Pizzakartons und Pappe. Ein von einem Supermarkt gestohlener Einkaufswagen parkt kopfüber auf einer Betonsitzreihe. Besonders gefährlich sind die zerschlagenen Glasflaschen. Nicht auszudenken, wenn sich spielende Kinder oder Spaziergänger daran verletzen.

Schild im Wasser

Ein Schild, das im Winter vor dem Betreten des zugefrorenen Teiches warnt, wurde von unbekannten Tätern erst einmal im Wasser unweit der Brücke versenkt. Während auf dieser Seite das Wappen der Stadt Wanzleben noch vorhanden ist, wurde es auf der anderen Seite gestohlen. Ebenso sind Zerstörungen an Sitzbänken und Schmierereien an Bäumen und dem kleinen Technikhäuschen deutlich zu erkennen.

Mit den verstärkt auftretenden Schmierereien an öffentlichen und privaten Gebäuden sowie Trafohäuschen, Verkehrsschildern oder Buswartehäuschen haben sich jetzt auch die Mitglieder des Wanzleber Ortschaftsrates beschäftigt. In diesem Zusammenhang ist nach Meinung von Ortsbürgermeister Tino Bauer (Linke) auch der zunehmende Vandalismus im Volkspark zu sehen. Den zunehmenden Schmierereien und dem Vandalismus würde sich der Ortschaftsrat ziemlich ratlos gegenübersehen. „Wobei wir uns damit nicht abfinden werden und weiter am Thema dran bleiben“, versicherte Bauer. Er sei sehr enttäuscht, dass es Menschen in der Stadt gebe, die das Geschaffene einfach so verschandeln oder zerstören würden.

Belohnung für Hinweise

Eine Möglichkeit, den Tätern auf die Spur zu kommen, sehe er im Ausloben einer Belohnung für sachdienliche Hinweise, die möglicherweise zu den Verursachern führen. Bürger, die dafür Geld spenden würden, gebe es bereits. In ihren Aktionen gegen Schmierereien und Vandalismus wolle die Stadt Wanzleben jedoch nicht planlos vorgehen und ihr Handeln mit Verwaltung und Polizei abstimmen. Würden Täter ermittelt, die vermutlich im Jugendalter zu finden seien und bei denen kein Geld für eine Strafe zu holen sei, sollten sie vom Richter zu Sozialstunden „verdonnert“ werden, um den von ihnen angerichteten Schaden wieder gut zu machen. „Es muss ein Zeichen gesetzt werden“, war sich der Ortsbürgermeister sicher. Unter Umständen schrecke das andere Täter ab.

Wobei Strafe allein nicht das Allheilmittel sei. Vielmehr müsse bei den Jugendlichen das Gespür dafür geschärft werden, dass sie Unrecht tun und Schaden für die Allgemeinheit anrichten. „Wir denken auch darüber nach, in der Stadt eine Wand zu finden, die erlaubt mit Graffiti gesprüht werden kann“, sagte Bauer. Zudem sei es denkbar, einen Partner zu finden, der den Jugendlichen einen Kurs im Sprühen von Graffiti anbieten könne.

Aufräumen im Park

„Ich werde gleich Mitarbeiter des Bauhofes in den Volkspark schicken, um den Müll und gerade die gefährlichen Glasscherben beseitigen zu lassen“, sagte am Dienstag Olaf Küpper, Leiter des Bauamtes der Stadtverwaltung Wanzleben, nachdem ihn die Volksstimme darauf aufmerksam gemacht hatte. Die Verwaltung merke an etlichen Stellen in der Stadt, wie Verschmutzung und Vandalismus zunehme.

Einen weiteren Schwerpunkt bilde zum Beispiel der Spielplatz in der Windmühlenbreite, der immer wieder von Jugendlichen nach Partys verschmutzt hinterlassen werde. Auch hier müsse die Stadt immer wieder den Dreck weg räumen.