Wanzleben l Die Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde tritt bei der Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs selbst offensiv als Ausbilder auf. Mit Monatsbeginn haben zwei junge Frauen in der Stadtverwaltung und im kommunalen Erziehungsbereich ihre Ausbildungen aufgenommen: Alina Große im Wanzleber Rathaus und Celine Schmuck in der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ Hohendodeleben.

Kinder zu erziehen und zu betreuen, ist für Celine Schmuck eine Herzensangelegenheit. Deshalb hat sich die 21-Jährige aus Eggenstedt dazu entschlossen, den langen Ausbildungsweg zur Erzieherin zu beschreiten. Nach dem Abschluss der elften Klasse am Gymnasium absolvierte sie ein freiwilliges soziales Jahr und ließ sich dann zwei Jahre lang an der Berufsschule in Haldensleben zur Sozialassistentin ausbilden. Diese Ausbildung ist Grundvoraussetzung, um überhaupt eine Ausbildung zur Erzieherin aufnehmen zu dürfen. Ihren Ausbildungsvertrag hat Celine Schmuck jetzt mit der Stadt Wanzleben-Börde geschlossen. Ihre Ausbildung zur Erzieherin dauert drei Jahre. Neben der Praxisausbildung in Hohendodeleben, wird sie eine Berufsschule in Magdeburg besuchen.

Vom Bund gefördert

„Diese Ausbildung ist für uns als Verwaltung etwas Besonders“, sagt Kai Pluntke, Amtsleiter Ordnung und Soziales in der Stadtverwaltung Wanzleben-Börde. Und zwar deshalb, weil sie aus dem Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen/Erzieher“ gefördert wird. Ohne dieses Bundesprogramm, das unter dem Titel „Nachwuchs gewinnen und Profis binden“ steht, hätte die Stadt in diesem Bereich nicht als Ausbilder fungieren dürfen. „Wir haben Anträge auf die Förderung von zwei Stellen eingereicht und habe eine bewilligt bekommen“, sagt Pluntke. Landesweit seien es in Sachsen-Anhalt 65 Stellen gewesen, die gefördert würden. Sechs Bewerberinnen haben sich in der Stadt Wanzleben-Börde um den Ausbildungsplatz zur Erzieherin bemüht. Die Wahl fiel auf Celine Schmuck.

Bei ihrer Ausbildung steht Celine Schmuck Sandra Müller als Mentorin zur Seite. Die 28-Jährige, die in Magdeburg wohnt und aus der Börde stammt, gehört zum festen Erzieherinnenstamm der Hohendodeleber Kindertagesstätte „Sonnenschein“. Nach einer Forderung aus dem Bundesprogramm zur Fachkräfteoffensive müsse sich eine Erzieherin in der Kita der Auszubildenden in einer beruflichen Weiterbildung zur Praxisanleiterin qualifizieren. Eine Herausforderung, auf die sich Sandra Müller freue. Auch freut sich Ilka Hutschenreiter, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ Hohendodeleben, dass Celine Schmuck nunmehr als Auszubildende das Team der Erzieherinnen verstärkt. Mit dem Hort werden in der Hohendodeleber Kindertagesstätte 125 Kinder betreut.

Insgesamt arbeiten in den acht kommunalen Kindertagesstätten der Stadt Wanzleben-Börde 100 Erzieherinnen und Erzieher. Wie Kai Pluntke als Chef der Erzieher verdeutlicht, sei die Chance groß, dass Celine Schmuck nach ihrer erfolgreichen Ausbildung ein festes Beschäftigungsverhältnis mit der Stadt eingehen könne.

Ausbildung dauert drei Jahre

Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) konnte Alina Große aus Seehausen im Rathaus als Auszubildende begrüßen. Die 19-Jährige hat sich nach ihrem Abitur für die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten, Fachrichtung Kommunalverwaltung, bei der Stadt Wanzleben-Börde entschieden. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual, also bei der Stadt Wanzleben und in der Berufsschule in Haldensleben, statt. Zusätzlich beinhaltet die Ausbildung noch berufsbegleitenden Unterricht beim Landkreis Börde und im Studieninstitut für kommunale Verwaltung Sachsen-Anhalt.

Weiterhin haben bei der Stadt Wanzleben-Börde auch noch drei angehende Erzieherinnen ihr Anerkennungsjahr begonnen. Franziska Zöller in der Kita „Sarrezwerge“ Wanzleben, Jessica Driesner in der Kita „Sonnenschein“ Hohendodeleben und Judith Augustin in der Kita „Seesternchen“ Seehausen.

„Das sind also drei Fachschüler, die die ganz normale schulische Erzieherausbildung an einer Berufsschule besuchen und das dritte, praktische Ausbildungsjahr als so genanntes Anerkennungsjahr bei uns absolvieren“, erklärt Pluntke. Während des Anerkennungsjahres dürfen die Praktikanten bereits als Hilfskräfte eingesetzt werden und entlasten somit das vorhanden Personal. Ziel des Praktikums aus Sicht der Stadt sei es, eigenes Personal auszubilden, um dieses dann bei erfolgreich bestandener Prüfung dauerhaft einstellen zu können. Bis zum Ende des nächsten Jahres gehen sechs Erzieherinnen in den Ruhestand und müssen wegen der hohen Kinderzahlen in den acht kommunalen Kindertageseinrichtungen der Stadt Wanzleben-Börde durch Neueinstellungen ersetzt werden.