Wasserschaden Sporthalle Seehausen (Börde)

Bauphysiker-Gutachten zur Schimmelbelastung in der Seehäuser Sporthalle liegt vor

Von Josephine Schlüer

Seehausen. Das Tauziehen um die Seehäuser Sporthalle geht weiter. Das Gutachten der Schimmelpilzprüfung vom Januar liegt jetzt dem Bauamt der Stadt Wanzleben-Börde vor. Sowohl ein Bauphysiker als auch ein Baubiologe vom Institut für Bioanalytik, Umwelttoxikologie und Biotechnologie Halle (IfB) haben das Gebäude im Auftrag der Stadt. Im Fazit des Gutachtens heißt es: Entsprechend den Ergebnissen „.... sollte von einer aufwendigen Sanierung der Sporthalle abgesehen werden.“

Der Volksstimme liegt das Gutachten nicht vor, weil sich der Gutachter eine Weitergabe an die Presse ausdrücklich verbeten habe, heißt es vom Leiter des Bauamtes. Doch Bauamtsleiter Küpper gibt Auskunft über den Inhalt. Fazit: Die Messwerte zu Schimmelsporen aus dem Gutachten würden geringere Werte als in der Außenluft zeigen und seien daher unbedenklich.

Die Turnhalle in Seehausen wird seit Sommer vergangenen Jahres energetisch saniert. Während der Bauarbeiten entstand ein erheblicher Wasserschaden in Folge eines starken Regengusses. Die Öffnung im Dach der Halle wurde im Zuge der Erneuerung von der zuständigen Firma trotz Unwetterwarnung nicht zweckdienlich abgedeckt. So gelangte das Wasser vollständig über die Belüftungsschlitze in den Hohlraum unter dem Fußboden.

Viele Nutzer der Halle befürchten erhebliche Langzeitschäden, unter anderem Schimmelbefall und somit eine Gefahr für die Sporttreibenden. Aus diesem Grund hat sich der Ortschaftsrat Seehausen bereits Ende vergangenen Jahres gegen eine Zwischennutzung der Halle im jetzigen Zustand und für einen neuen Hallenfußboden ausgesprochen.

Zunächst wurde die Seehäuser Sporthalle im Oktober aufwendig über Wochen für 15.000 Euro getrocknet. Anschließende Messungen von Markus Pihan von der Firma Polygonvatro, die mit der Trocknung beauftragt wurde, zeigten zufriedenstellende Trockenheitswerte. Insgesamt wurden damals über 40 Löcher in den Hallenfußboden für die Trocknung gebohrt. Über diese hatte Pihan anschließend die Messungen vorgenommen. Trotz passender Werte schloss Pihan nicht hundertprozentig aus, dass sich dennoch Wasserlachen unter dem Fußboden befinden könnten.

Schimmelsporen in der Luft geringer als außen

Dem aktuellen Gutachten entsprechend wäre eine temporäre Öffnung der Halle für die Vereine und den Schulsport gefahrlos möglich, sobald die Pandemiesituation das zulässt. Allerdings ist das wegen der Löcher im Hallenfußboden trotzdem vorerst keine Option. „Das Schließen und wieder Verkleben dieser Löcher würde 12 000 Euro kosten“, so der Bauamtsleiter.

Sollte die Entscheidung der Stadt lauten, dass der Fußboden definitiv erneuert wird, würde er das Geld nur ungern ausgeben wollen. Als weitere Kompromisslösung nennt Küpper die Idee, die Löcher zu schließen und einen Linoleum-Boden über den vorhandenen Unterbau zu verlegen. Damit wäre die Gefahr von Stolperfallen beseitigt. Einige Seehäuser äußerten sich während einer Ortschaftsratsitzung Ende vergangenen Jahres besorgt, dass beim Verschließen der Löcher Kanten entstehen.

Zum laufenden Verfahren über die Schuldfrage beim Wasserschaden wollte sich Küpper nicht äußern. Ein Anwalt sei eingeschaltet. Küpper hofft jedoch, dass die Frage um den Fußboden schneller geklärt wird als die Schuldfrage. Ob und wie sich das Ergebnis des aktuellen Gutachtens auf die Entscheidung für oder gegen einen neuen Hallenfußboden letztendlich auswirkt, ist derzeit noch unklar.

Sanierungsmaßnahmen sind fast beendet

Mittlerweile sind sowohl die Heizung als auch die Beleuchtung in der Seehäuser Sporthalle installiert und die Arbeiten zur energetischen Sanierung damit so gut wie abgeschlossen.

Ob die aktuelle Lüftungsanlage repariert oder komplett erneuert werden soll, werde laut Bauamtsleiter Küpper derzeit geprüft. Eine Entscheidung stehe noch aus. Eigentlich sollte die energetische Sanierung der Sporthalle bereits im November abgeschlossen sein. Viele Leistungen mussten laut dem Bauamtsleiter jedoch mehrmals ausgeschrieben werden, was die Fertigstellung verzögerte.