Hobby: Drohnen

Beliebte Mikrokopter erkunden die Heimat aus der Vogelperspektive

Von Christian Besecke
Hanfried Duchstein lässt in seinem Garten die Drohne Phantom III Professional aufsteigen. Mit ihr macht er Aufnahmen und Filme auf dem neuesten Stand der Technik in der Region aber auch bei seinen Urlaubsreisen.
Hanfried Duchstein lässt in seinem Garten die Drohne Phantom III Professional aufsteigen. Mit ihr macht er Aufnahmen und Filme auf dem neuesten Stand der Technik in der Region aber auch bei seinen Urlaubsreisen. Foto: Christian Besecke

Dreileben

Der heute 70-jährige Dreileber ist Elektromeister und Amateurfunker. Technische Angelegenheiten sind ihm also keineswegs fremd. Die Sache mit der Fliegerei wollte er eigentlich noch intensiver betreiben. „Im Jahr 2005 habe ich mich damit beschäftigt, vielleicht eine Privatpilotenlizenz zu erwerben“, erzählt der Rentner. Zu Weihnachten fand er dann einen Modellflieger auf dem Gabentisch. Das kommt nicht von ungefähr, denn sein Großvater war einst Flugzeugmechaniker in Dessau und hatte bis zur Rente in Dreileben eine Mechanikerwerkstatt. „Da muss ich wohl ein paar Gene geerbt haben“, schätzt Hanfried Duchstein schmunzelnd ein.

Bis zur ersten echten Drohne war dann der Weg nicht mehr weit. Diese kam schon 2006 ins Haus. Das war ein Mikrokopter von der gleichnamigen Firma. Diese hat solche Drohnen seinerzeit weltweit als Erster entwickelt. So war Hanfried schon bald intensiv mit seinem Quadkopter beschäftigt. Übrigens wurden die Fluggeräte in der Szene zunächst als das bezeichnet was sie auch sind, nämlich Mikrokopter. Der Sprachgebrauch hat sich mittlerweile bei Behörden und in der Presse auf das Schlagwort „Drohne“ eingepegelt.

Begeisterung ist gestiegen

Heute besitzt der Dreileber acht Drohnen der verschiedensten Bauarten. Darunter ist auch eine Phantom III Professional. Mit dieser gibt er beim Volksstimme-Termin auch eine Vorführung. Surrend erhebt sich das Gerät in die Lüfte und klingt dabei wie ein kleiner Wespenschwarm. Ausgestattet ist sie mit einer modernen Kamera. Mit dieser macht der Hobby-Drohnenpilot Aufnahmen und Filme. Das geschieht bei seinen Reisen oder in der Börde. So gibt es mittlerweile viele Bilder von seinem Heimatort zu den verschiedensten Jahreszeit.

„Die Begeisterung für die Mikrokopter ist in den letzten Jahren angestiegen“, sagt Duchstein. „Viele Leute haben sich welche zugelegt. Dabei gibt es heutzutage unglaublich viele Modelle und attraktive Angebote so ab 20 Euro aufwärts. Nach oben ist sowieso keine Grenze gesetzt.“ Ausschlaggebend für den Boom ist die Überflutung der Welt mit billigen chinesischen Modellen. Die Drohne ist inzwischen ein Massenmarkt geworden.

EU-Führerschein für Drohnen

Daher ist es auch kein Wunder, dass die EU beginnt, die ganze Sache zu regulieren. Daher gibt es den sogenannten Drohnen-Führerschein, der aber in der Realität ein EU-Kompetenznachweis ist, zum Führern eines solchen Fluggeräts. Notwendig ist der, sobald ein Mikrokopter über eine Kamera verfügt. „Das hat derzeit zu einer gewissen Stagnation im Absatz geführt“, schätzt der Dreileber ein. „Allerdings ist die ganze Sache nicht sehr kompliziert.“ Der schein kann online absolviert werden und ist, zumindest im Augenblick, noch kostenlos.

Solch einen Schein hat Hanfried Duchstein natürlich auch. Er weiß, dass so eine Drohnenbedienung gar nicht kompliziert sein muss. „Anfängern ist die Nutzung einer App zu empfehlen“, sagt er. „Ist sie eingeschaltet, kann man gar nichts falsch machen.“ Die Drohne fliegt nur so hoch wie sie darf, das sind im Maximalfall 120 Meter. Einschränkungen werden über die App geregelt.

Mittlerweile sind in der Mikrokopterszene Einteilungen nach Typen wie Hobbydrohnen, Racekopter und Longrange üblich. Die Racer sind beispielsweise oft in Industriebrachen unterwegs und sausen in etwa zehn Minuten durch stillgelegte Bereiche. Dabei nutzen sie oft entsprechende Brillen, die ein nahezu echtes Flugerlebnis vermitteln.

Eine echte offizielle Szene mit entsprechenden Clubs gibt es in der Börde noch nicht. Drohnen-Fans kennen sich und starten auch einmal gemeinsam. Echte Teststrecken müssen jedoch in der Altmark, in Wolfsburg oder Magdeburg aufgesucht werden.