Hohendodeleben l Der SG Grün-Weiß Hohendodeleben existiert mittlerweile seit zwei Jahrzehnten in der Wanzleber Sportlerwelt, doch so ein Jahr wie das zurückliegende haben selbst die alteingesessenen Sportler noch nicht erlebt. Für mehr als 330 Männer und Frauen sowie Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis 85 Jahre bedeutete 2020 eher Stillstand als alles andere. Eigentlich hätte nun Ende November der mittlerweile traditionelle Sportlerball stattfinden sollen, doch auch dieser fiel den aktuellen Beschränkungen zum Opfer. „Somit ist unser Sportlerball und auch die Vergabe der Sportabzeichen abgesagt worden“, berichtet Anja Kreuseler. Sie gehört dem Vorstand des SG Grün-Weiß Hohendodeleben an. Was in Hohendodeleben bleibt, ist der Optimismus und eine zukunftsweisende Technik, die zur Zeit entwickelt wird.

Ruhiges Jahr mit Beschränkungen

„Durch die Beschränkungen während des ersten Lockdowns fielen bei uns die Trainingseinheiten leider schon im Frühjahr aus“, erzählt Kreuseler. Auch im November musste der Trainingsbetrieb erneut eingestellt werden. „Der organisierte Sport konnte nicht mehr stattfinden.“ Ein kleines Highlight habe trotz der Pandemie bei den Hohendodeleber stattfinden können. „Im September haben wir unser alljährliches Sportfest durchgeführt.“ Zwar sei dies im kleineren Rahmen als sonst geschehen, trotzdem sei es wieder eine schöne Veranstaltung gewesen. „Wir schauen also allgemein auf ein sehr ruhiges Jahr 2020 zurück“, resümiert Kreuseler. Ende des Jahres hätten eigentlich noch die Weihnachtsfeiern der verschiedenen Sportgruppen stattfinden sollen. „Diese sind durch den aktuellen Lockdown aber auch nicht mehr möglich.“

Am meisten fehlt den Mitgliedern des SG Grün-Weiß Hohendodeleben jedoch das gemeinsame Vereinsleben. Um diesen kleinen Teil zumindest etwas zu überbrücken, setzen die Hohendodeleber Sportler nun auf digital. „Aktuell wird an der Erstellung einer Vereins-Applikation für mobile Endgeräte gearbeitet“, erklärt Anja Kreuseler. Die App soll anschließend auf Smartphones und Tablets verfügbar sein. Damit wolle sich der Verein modernisieren und neue Wege im digitalen Zeitalter gehen. In kürzester Zeit könnten so alle Vereinsmitglieder erreicht werden. „Gerade in der Corona-Zeit, wo wir uns nicht treffen dürfen, ist das eine gute Variante, um in Kontakt zu bleiben und uns zu vernetzen“, erzählt Kreuseler weiter. Wichtigster Aspekt für die Applikation ist die unkomplizierte Weitergabe von Informationen an alle Mitglieder. „Diese können wir dann als Push-Nachricht innerhalb von Sekunden an alle versenden.“ Jede Sportgruppe werde in der App ihren eigenen Bereich erhalten. „Dort sind dann unter anderem Trainingszeiten, Ansprechpartner und aktuelle Infos zu finden.“ Man wolle damit den Informationsfluss erleichtern. „Das Ganze wird durch Fotos begleitet und soll die Familienfreundlichkeit und den Gemeinschaftssinn des Vereines unterstreichen“, erklärt Kreuseler weiter. Im Vorstand sei man bereits am testen und freue sich auf diese neue Art der unkomplizierten Kommunikation untereinander.

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Die Entwicklung der Applikation wird vom Landessportbund Sachsen-Anhalt realisiert. „Dieser stellt uns sozusagen das Grundgerüst zur Verfügung. Für den Inhalt und die Gestaltung sind wir dann selber verantwortlich.“ Aufgrund der aktuellen Situation gibt der Landessportbund sogenannte Webinare zu dem Thema. Dabei handelt es sich um Seminare, die über das Internet abgehalten werden. Die entsprechende Software und Datenverwaltung (CMS) wird laut Sportbund den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Kosten für die Konzeption, Entwicklung, das Design und die Veröffentlichung werden für alle Teilnehmer der Aktion von den Kooperationspartnern „DOSB“ und „vmapit“ übernommen. Lediglich laufende Betriebskosten und Kosten für Updates müssten vom Verein übernommen werden. Mit der Aktion will der Landessportbund Sachsen-Anhalt allen teilnehmenden Vereinen eine schnelle und umkomplizierte Möglichkeit bieten, mit Mitgliedern, Partnern, Sponsoren und Fans in Kontakt zu treten. Laut Sportbund können sich interessierte Vereine noch bis zum 31. Dezember 2020 für die Teilnahme an der Vereins-App anmelden. Wann genau die Vereins-App in Hohendodeleben fertig ist, kann Kreuseler noch nicht endgültig sagen. „Wir sind aber schon gut bei der Entwicklung und der Bespielung der Inhalte vorangekommen“, verrät sie.

In der jetzigen Zeit wünscht der Vorstand der Hohendodeleber Sportler vor allem seinen Mitgliedern und deren Familien sowie Freunden und Unterstützern eine ruhige und besinnliche Zeit. „Und natürlich das alle gesund bleiben.“ Für das kommende Jahr hoffe man, wie viele andere Vereine in der Region auch, dass sich die Corona-Situation deutlich entspanne. „Wir wünschen uns, das wir 2021 wieder mit unseren Sportgruppen trainieren können“, sagt Anja Kreuseler. Vor allem das Vereinsleben lasse sich nicht zu Hundert Prozent durch die neue App ersetzen. Unterdessen informierte die Bundesregierung, dass der aktuelle Lockdown noch bis 10. Januar 2021 verlängert werde.