Eilsleben l Ein Sitzmöbel, das man zu einer kleinen Trittleiter umfunktionieren kann, ist das Ergebnis eines einjährigen Praktikums von Juliane Nentwich in der Bau- und Möbeltischlerei Timme in Eilsleben. Das Besondere an dem Werkstück ist, dass es als Nachbau eines Möbels aus früheren Zeiten hergestellt wurde. Also eine Art Denkmalpflege.

Und das ist genau das, was die Jugendbauhütten, ein Nachwuchsprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, besonders fördern. Das Interesse für den Denkmalschutz soll in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) unter dem Thema „Kultur in der Denkmalpflege“ geweckt werden.

„Juliane ist durch einen Besuch im Tischlereimuseum auf uns aufmerksam geworden“, berichtet Christoph Timme, Chef des Handwerksbetriebes, der sich auf dem Gebiet der Restaurierungsarbeiten und Denkmalpflege einen Namen gemacht hat und deshalb zur Einsatzstelle wurde.

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Juliane Nentwich aus Sandersdorf im südlichen Sachsen-Anhalt hatte nach dem Abitur zunächst ein Freiwilligenjahr in Kambodscha absolviert, bevor sie zwecks Berufsorientierung zu Timme kam. „Die Arbeit hier war sehr abwechslungsreich, ich konnte mir etwas von den Azubis abschauen oder mit den Gesellen auf Baustellen gehen. Auch handwerkliche Fähigkeiten konnte ich mir aneignen. Zum Abschluss habe ich dann noch eine Dokumentation erarbeitet.“

Ihr Praktikumsjahr, in dem sie auch noch etwas über Museumsrestauration erfuhr, ging in der vergangenen Woche zu Ende. Ihre Sichtweise auf den Denkmalschutz hat es auf jeden Fall erweitert. Ob das allerdings auf die Berufsfindung Einfluss nehmen wird, wollte Juliane nicht bestätigen.