Wanzleben l „Wir sind im Aufbau begriffen. Und der ist relativ mühselig“, sagte der Hohendodeleber Andreas Strehlow unlängst im Restaurant der Burg Wanzleben. Strehlow wohnt in Hohendodeleben und ist zusammen mit Alexander Gerlach aus Hermsdorf Vorstand der Kreisvereinigung Freie Wähler, die sich im Frühjahr gegründet hat. Die Kreisorganisation Börde gehört der Landes- und Bundesvereinigung an. Nach Hohendodeleben hatten die Freien Wähler die Bürger zum einem zweiten Stammtisch in die Sarrestadt eingeladen.

Dass dieser Stammtisch der Freien Wähler in Wanzleben nicht auf das von den Organisatoren gewünschte Interesse der Bevölkerung stieß, halten sie nicht davon ab, weiter für ihre politischen Ziele im Landkreis Börde zu werben. Gerade die Ergebnisse der Landtagswahl in Thüringen hätten gezeigt, dass sich die Parteien mehr um die Menschen in der Mitte der Gesellschaft bemühen müssen. Sie seien es auch, die die Freien Wähler vornehmlich erreichen wollen.

Genug politischer Zündstoff

Politischen Zündstoff gebe es im Landkreis Börde und vor allem in der Stadt Wanzleben- Börde genug, gab Strehlow zu verstehen. Er führte den geplanten Ausbau des Breitbandnetzes ins Feld, der wegen der wackelnden Finanzierung „in den Seilen hängt“. Gerade für den ländlichen Raum wie dem der Einheitsgemeinde sei der Aufbau einer digitalen Infrastruktur von existentieller Bedeutung und neben dem Vorhandensein von Kindertagesstätte und Grundschulen ein wichtiger Standortfaktor. Nach Meinung der Freien Wähler dürfe sich nicht nur auf das Votum der Bürger fokussiert werden, die sich mit lediglich 36 Prozent für einen Anschluss an das Breitbandnetz entschlossen haben. 60 Prozent sind nötig, um das Netz wirtschaftlich betreiben zu können. Vielmehr seien jetzt das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Wanzleben-Börde gefordert, um das Projekt doch noch zu einem Erfolg werden zu lassen. „Es müssen die Voraussetzungen für eine moderne Infrastruktur geschaffen werden, damit die Börde neben der Stadt Magdeburg bestehen kann und sich bei uns mehr junge Familien ansiedeln“, sagte Strehlow.

Die Einwohnerverteilung in der hiesigen Region sei sehr ungleichmäßig. Zwischen kleinen Ortsteilen dieses dünn besiedelten Raums lägen nach Auffassung der Freien Wähler zum Teil große Entfernungen. Große Ackerflächen und die anspruchsvolle Topographie des Landkreises würden Tiefbaumaßnahmen für den Bau des Breitbandnetzes zusätzlich erschweren. Daher wolle der freie Markt den Landkreis Börde nicht oder nur ungern mit einer flächendeckenden Breitbandinfrastruktur versorgen. „Nach unserer Auffassung muss der Landkreis beziehungsweise das Land Sorge dafür tragen, dass diese Gebiete und Regionen nicht von der zukünftigen Entwicklung und damit vom gemeinsamen Miteinander abgekoppelt werden. Breitbandausbau ist heute mehr denn je Daseinsvorsorge“, verdeutlichten die Freien Wähler.