Drei Fragen

Wie verhält man sich am besten bei Blitzeinschlägen?
Draußen sollte man sich nicht in der Nähe von Bäumen aufhalten. Hände weg vom Handy, da das Gerät als Stromleiter dienen kann. Besser ist es, zu hüpfen als zu laufen. Es ist ratsam sicheren Schutz in Autos und Gebäude zu suchen, die einen Faradayscher Käfig bilden, der vor Blitzen schützt. Ist man in einem Gebäude, sollte man nicht nach draußen gehen und keine elektrischen Geräte nutzen.

 Mit welchen Verletzungen ist bei Blitzeinschläge bei Menschen, die sich in der Nähe aufhalten, zu rechnen?
Verbrennungen auf der Haut. Weiterhin Atemstörungen, Verwirrtheit, Muskelverkrampfungen, Herz-Kreislaufstörungen bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand.

 Welchen Anforderungen stellen sich den Ersthelfern?
Das Wichtigste ist der Eigenschutz, Sicherung raus, Ziehen des Netzsteckers. Dann einen Notruf absetzen und Erste Hilfe bei den Verletzten leisten.

 (Antworten von Juana Nebauer, Erst-Hilfe-Lehrkraft beim DRK Wanzleben)

Wanzleben l Eine starke Gewitterfront mit Sturm und sintflutartigen Regenfällen zieht über den Landkreis Börde hinweg. Blitze zucken am nachtschwarzen Himmel. Dabei kommt es an vielen Orten des Kreises zu Blitzeinschlägen und starken Verwüstungen. Auch das Soziale Zentrum „Alter Bahnhof“ des DRK-Kreisverbandes Wanzleben wird vom Blitz getroffen. Es gibt mehrere Verletzte. Immer wieder fällt der Strom aus.

So sieht das Szenario aus, mit dem sich die ehrenamtlichen Retter des DRK-Sanitätszuges bei ihrer jüngsten Übung auseinanderzusetzen hatten. „Im Rahmen eines Sanitätsdienstabends mussten die ehrenamtlichen Sanitäter des DRK Wanzleben richtig anpacken“, verdeutlicht Carolin Sauer, Koordinatorin Vereinsarbeit im Kreisverband.

DRK-Sanitätszug rückt an

Kurze Zeit nach dem Blitzeinschlag im „Alten Bahnhof“ rücken die Helfer des DRK-Sanitätszuges unter der Leitung des ehrenamtlichen Bereitschaftsleiters Denis Altmann an. Nach einer kurzen Lagebesprechung machen sich die ehrenamtlichen Retter daran, im gesamten Haus nach verletzten Menschen zu suchen. Und sie brauchen nicht lange zu suchen. Drei Verletzte werden gefunden, die versorgt werden müssen. Bei der ersten Person hat ein Stromschlag einen Herzkreislaufstillstand ausgelöst. Die Retter reanimieren den Verletzten erfolgreich und bereiten ihn auf den Abtransports ins Krankenhaus vor. Beim zweiten Verletzten sehen sich die Helfer nach einem Treppensturz mit einem offenen Knöchelbruch und verschiedenen Schürfwunden konfrontiert. Die Helfer stabilisieren den Fuß des Verletzten, versorgen die Wunden und bereiten ihn auf den Abtransport in die Klinik vor. Und auch den dritten Verletzten hat es schwer getroffen. Ein Baum ist durch die Fensterscheibe geschlagen. Die Scherben haben den Mann am Oberarm verletzt und eine stark blutende Schnittverletzungen hervor gerufen. Schnell versorgen die Retter die Wunde, stillen die Blutung und bereiten auch ihn auf die Fahrt ins Krankenhaus vor.

Bilder

Wie Carolin Sauer berichtet, hat das ehrenamtliche Team Notfalldarstellung mit seinen Schmink- und Darstellungstechniken die Übung unterstützt, um eine möglichst realitätsnahe Patientenversorgung für den Ernstfall zu ermöglichen. Der Sanitätsdienstabend des DRK-Kreisverbandes Wanzleben findet regelmäßig einmal im Monat statt. „Um aber so eine Übung ein wenig spektakulärer und so realitätsnah wie möglich zu gestalten, hat sich das Team Notfalldarstellung des DRK Wanzleben, von dem an diesem Abend fünf ehrenamtliche Mitglieder unter der Leitung von Heike Astalosch gemeinsam mit der Ausbildungsbeauftragten Juana Nebauer ein Unfallszenario ausgedacht“, verdeutlicht Sauer. Bei der Auswertung sei von den Sanitätsdienstlern unter der Leitung des ehrenamtlichen Bereitschaftsleiters Denis Altmann der Wunsch aufgekommen, noch mehr derartige Übung nahe der Wirklichkeit absolvieren zu wollen. „Wir versuchen, diesen Wunsch im nächsten Jahr umzusetzen“, sagt Sauer.