Remkersleben l Die Bauabnahme der Kirche Sankt Michael war erfolgreich. Seit dem Frühjahr wurde das historische Gotteshaus in Remkersleben von innen aufwendig saniert. Die Bauarbeiten koordinierte Christian Schreiner, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Erneuert werden mussten verschiedene Bereiche des Kircheninneren.

Etwa dort, wo das Kirchenschiff später an den bestehenden romanischen Turm angebaut wurde, seien wiederholt Risse im Putz entstanden, so Schreiner. Diese seien jetzt beseitigt. Auch die wertvollen Malereien im Gewölbe der Apsis über dem Altar wurden von Restaurator Eckhardt Lemke aus Schönebeck in den Originalfarben nachgezeichnet.

An einer anderen Stelle des Gewölbes erneuerte Restaurator Dietmar Fröhlich aus Magdeburg eine andere Malerei, eine Abkürzung für Jesus Christus, die Mittelpunkt einer Akanthusranke ist. Sie umschließt im weiteren Verlauf die vier Evangelisten an der Kuppel (Volksstimme berichtete).

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Fenstermaße gesichert

„Auch die Bordüre oben an den Wänden wurde während der Arbeiten wiederentdeckt und daraufhin nachgezeichnet“, weiß Schreiner. Zudem musste eines der Fenstermaße gesichert werden, der obere kleeblattförmige Teil der Verglasung. Dieses sei laut Schreiner von innen so verrostet und dadurch locker gewesen, dass es beim nächsten Sturm heraus gefallen wäre. „Ein neues Maßwerk hätte locker 20 000 bis 30 000 Euro gekostet“, so der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates.

Die Innensanierung wurde zum größten Teil über eine Förderung aus dem europäischen Leader-Programm möglich. „Wir freuen uns, dass auch einmal eine kleine Kirche in die Förderung hinein gerutscht ist“, sagt Initiator Pfarrer Thomas Seiler. Aus dem Fördertopf der Aktionsgruppe „Bördeland“ stammen rund 134 000 Euro der Gesamtsumme in Höhe von circa 149 000 Euro. Auch der Kirchenkreis Egeln beteiligte sich mit etwa 14 000 Euro, ebenso wie die Kirchengemeinde Remkersleben selbst mit Eigenmitteln in Höhe von etwa 854 Euro.

Die Bauarbeiten wurden planmäßig in der Vorweihnachtszeit abgeschlossen. Leider komme die neue Elektrik, Elektroheizung eingeschlossen, wegen der Pandemie dieses Jahr kaum zum Einsatz kommen. Das Krippenspiel an Heiligabend wird draußen vor der Kirche um 15.30 Uhr stattfinden. Eine Andacht hielt Thomas Seiler dennoch am vergangenen Sonntag mit weihnachtlichen Orgelklängen, gespielt von Ortschronist Christian Becker. Der Pfarrer zeigt sich begeistert über das Ergebnis der Sanierungsmaßnahmen: „Die Kirche sieht jetzt wirklich toll aus, ein riesiger Unterschied.“ Er bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Helfern für den Arbeitseinsatz, unter anderem bei Christian und Claudia Schreiner, Liane Lang vom Gemeindekirchenrat und bei den Mitgliedern des Remkersleber Gesangsvereins, die das Kircheninnere an vier Tagen aufwendig nach den Bauarbeiten für die bevorstehende Andacht aufgeräumt haben.

Die evangelische Kirche in Remkersleben ist nicht nur ein ortsbildprägendes Gebäude, sie ist auch ein Baudenkmal. Das Kirchenschiff entstand im Jahr 1855 im Stil der Neogotik. Die Kirche bildet heute das kulturelle Zentrum in Remkersleben.