Klein Wanzleben l Drei Neugeborene sorgten vor einem Jahr für Aufregung in Klein Wanzleben. Sogar Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff besuchte die mittlerweile neunköpfige Familie Neugebauer, um die Patenschaft für Fibi, Piet und Stan zu übernehmen (Volksstimme berichtete). „Wir sind jetzt eins geworden“, antwortet Ben, der neunjährige Bruder der Drillinge, auf die Frage, wie ihm das Leben in der jetzt noch größeren Großfamilie gefällt. Er freue sich über die hinzugewonnenen Geschwister.

Damit im Haus der Neugebauers trotzdem jeder weiterhin ein Eckchen für sich findet, hat Vater Lars die Coronakrise genutzt, um den Keller auszubauen. Jetzt haben die Drillinge ein eigenes Zimmer, ebenso wie jede der beiden jugendlichen Töchter Ida und Muriel. Der fünfjährige Luke teilt sich einen Raum mit seinem Bruder Ben.

Unterstützung aus der Familie

Sowohl beim Umbau als auch für den täglichen Haushalt bekommen Lars und Stefanie viel Unterstützung aus der Familie und dem Freundeskreis. Zwar seien die Babies „tiefenentspannt“ und würden wenig schreien, sogar schon seit dem dritten Lebensmonat durchschlafen, „trotzdem, ohne den Rückhalt würde es nicht gehen, das wäre eine Katastrophe“, zeigt sich Lars Neugebauer dankbar, auch weil er selbst nur wenig zu Hause ist.

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Neben seiner Haupttätigkeit als Servicetechniker arbeitet er nebenberuflich im Sicherheitsdienst. „Seit der Coronakrise sehen wir Lars häufiger, aber vorher kam ich mir manchmal wie eine alleinerziehende Mutter vor“, sagt Stefanie Neugebauer. Mit sieben Kindern könne sie nicht noch zusätzlich arbeiten gehen. Darum sei die Familie auf das Extra-Gehalt des Vaters angewiesen. „So haben wir eben eine Klischee-Aufteilung, ich bin für drinnen und Lars für draußen und das Finanzielle zuständig“, so die 39-Jährige.

Seit der Geburt der Drillinge komme die Familie viel öfter zusammen, inklusive Großeltern, Onkel und Tanten, freut sich Papa Lars. Früher habe er seine Eltern vielleicht alle zwei Wochen mal besucht. Jetzt ist das renovierte Haus der Neugebauers in Klein Wanzleben der Familienmittelpunkt, „Es spielt sich alles hier ab, weil ich ja nicht so mobil bin. Drei Babyschalen kann ich nicht einfach so allein überall hin tragen“, sagt Stefanie. „Unsere Muttis erledigen einen erheblichen Teil. Sie helfen beim Waschen, putzen und kochen und sind darum eben auch oft hier“, zeigt sich Lars Neugebauer froh. Der Rythmus aller Familienmitglieder richte sich derzeit nach Piet, Stan und Fibi. „Im November kommen sie in die Kita. Jetzt mussten wir sie also an den dortigen Alltag gewöhnen.“ Um 11 Uhr sei Mittagszeit, zwischen zwei und halb drei Zeit für die Flasche, 17 Uhr gäbe es Abendessen „und spätestens halb acht liegen alle drei im Bett und schlafen bis morgens halb sieben“, zählen die Eheleute auf. Dieser Ablauf habe sich schnell und gut eingespielt. Ein gemeinsames Abendessen sei so jetzt anschließend auch wieder für den Rest der Familie möglich, was sowohl den übrigen vier Geschwistern als auch den Eltern wichtig ist. „So schön es mit den Drillingen auch ist, so anstrengend ist der Alltag jetzt auch. Im nächsten Leben werde ich ledig und kinderlos“, sagt Stefanie Neugebauer, natürlich nur im Spaß.

Den erste Geburtstag von Piet, Stan und Fibi nahmen die Neugebauers zum Anlass, die Babies gemeinsam mit ihrem Bruder Luke am vergangenen Wochenende in der Kirche St. Johannis in Klein Wanzleben taufen zu lassen.