Volksstimme: Wie haben Sie das Jahr 2020 als Bürgermeister der Stadt Wanzleben-Börde erlebt?

Thomas Kluge: Das Jahr 2020 hatte hoffentlich seine Einmaligkeit. Die Pandemie wird unsere Lebensweise noch lange mitbestimmen. Ich hoffe, dass der Grad der Durchimpfung so hoch wird, dass uns weitere einschneidende Maßnahmen erspart bleiben, wenigstens ab März.

Volksstimme: Worin sehen Sie die größten Herausforderungen durch die Coronakrise für die Einheitsgemeinde?

Thomas Kluge: Es war das Ziel, dass Investitionen in Kindertagesstätten und Grundschulen nicht gestrichen oder gekürzt werden. Das haben wir erreicht. Dass die Terminplanung nicht eingehalten werden konnte und einige Maßnahmen erst in 2021 abgeschlossen werden, das konnten wir als Stadt nicht beeinflussen, wie zum Beispiel die Ausschreibung für die Kita Hohendodeleben und die Sporthalle Seehausen. Der Schwerpunkt der Investitionen in 2021 wird weiter der Breitbandausbau sein. Trotz Corona wollen wir hier weiterkommen, Werbung machen und das Netz der Stadt zum Erfolg führen.

Positive Entwicklungen

Volksstimme: Sehen Sie auch positive Entwicklungen durch die Pandemie?

Thomas Kluge: Positiv ist für mich an der Krise nichts. Aber wir haben über die Aufgabenerfüllung nachgedacht und werden Positives weiterführen. Zum Beispiel die Ausstattung der Grundschulen mit Laptops und modernen Angeboten im Interesse der Schüler möglichst im Präsenzunterricht. Wir werden die dezentrale Aufgabenerfüllung des Bauhofes zum Standard machen. Hier gab es durchweg positive Resonanz von den Ortsbürgermeistern. Wir werden außerdem Schritt für Schritt die online Angebote der Stadt für die Bevölkerung weiterentwickeln. Dabei wollen wir das tun, was sich die Bürger wünschen.

Volksstimme: Was waren die wichtigsten Projekte, die in diesem Jahr in der Stadt Wanzleben-Börde realisiert oder angeschoben wurden?

Thomas Kluge: Die Umsetzung der Investitionen, der Breitbandausbau und die Aufstellung und Beschlussfassung des Flächennutzungsplanes.

Vorhaben für 2021

Volksstimme: Was sind die wichtigsten Vorhaben für das Jahr 2021?

Thomas Kluge: Neben der Fortsetzung des Breitbandausbaus und der Fertigstellung der Investitionen aus 2020 sehe ich ein anderes wichtiges Thema: Die kommunale Familie, kreisfreie Städte, Landkreise und Städte und Gemeinden sind ja unterfinanziert. Das heißt, die finanziellen Mittel, die das Land zur Verfügung stellt mit dem Finanzausgleichsgesetz reichen nicht aus, um die übertragenen Ausgaben zu finanzieren. Dieses Gesetz wird für 2022 fortgeschrieben. Hier habe ich eine hohe Erwartungshaltung. Es kann nicht sein, dass das Leben auf dem Lande durch die Reduzierung der Angebote weiter eingeschränkt werden soll. Und es kann auch nicht sein, dass von Land und Landkreis die Lösung in den Steuererhöhungen gesehen wird, Stichwort Haushaltskonsolidierung.

Volksstimme: Was möchten Sie den Bürgern mit auf den Weg geben?

Thomas Kluge: Ich habe die berechtigte Hoffnung, dass der Respekt vor der Gesundheit unter den Bürgern weiter so hoch ist, wie bisher. Wir haben alle von den Einschränkungen die Nase voll, aber die einzige Alternative ist unser Verhalten. Na gut, ein bisschen Glück braucht man auch. Und wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht, dann möge sich jeder selbst und andere schützen. In unseren Einrichtungen der Altenpflege ist das Interesse an der Impfung hoch.

Vorsätze?

Volksstimme: Haben Sie persönlich eigentlich gute Vorsätze für dieses Jahr?

Thomas Kluge: Ich möchte im neuen Jahr wieder die Angebote von Kultur und Sport nutzen können. Von Fußball in unserer Stadt bis Handball beim SCM, von den tollen Angeboten unserer Vereine bis zu den Theatern der Landeshauptstadt. Das fehlt mir sehr.