Volksstimme: Das Jahr 2017 ist zu Ende gegangen. Sie sind seit April dieses Jahres im Amt. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Thomas Kluge: Bürgermeister zu sein ist eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe. Bei der Erfüllung der Notwendigkeiten und der Erwartungen kommt mir die jahrelange Erfahrung zugute. Ich kenne mich in vielen Bereichen aus und die Arbeit mit Menschen, ob hauptamtliche Mitarbeiter, ehrenamtlich tätige Stadt- und Ortschaftsräte, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und von Vereinen und deren tollen Veranstaltungen – das ist das Salz in der Suppe, das macht die Qualität aus. Da man in der Einarbeitungsphase nicht alles auf einmal angehen kann, habe ich mir Schwerpunkte gesetzt. Ein Haushalt für 2017, die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und den Ortsbürgermeistern stand neben dem Kennenlernen der Verwaltung ganz oben. Und: Die Bilanz, die ich ziehen kann, ist durchweg positiv.

Sie haben sich beim Antritt des Bürgermeisteramtes gewiss einiges vorgenommen. Welche Ihrer Ziele, auf die Sie Ihr Hauptaugenmerk gerichtet haben, konnten erfüllt werden?

Das Wichtigste war und ist für mich die Gesamtbetrachtung. Es sollen möglichst alle Aspekte betrachtet werden, die für die Entscheidungsfindung von Bedeutung sind. Das beginnt damit, dass für mich Stadtentwicklung nur über die Entwicklung in den Ortschaften möglich ist. Wenn die Orte intakt sind, dann fühlen sich die Menschen wohler, bleiben oder kommen bestenfalls noch her zu uns. Wir steuern in die richtige Richtung, das ist ein wesentliches Ziel. Dass alles Zeit braucht, sieht man schon daran, dass erst der Haushalt 2019 die Entwicklungen abbilden wird. Meine Auffassung: Die Ziele bestimmen wir, die Umsetzung und deren Tempo die Finanzkraft.

Was ist erfüllt worden?

Der Haushalt für 2018 ist beschlossen. Der Wirtschaftsbeirat als Kern der Wirtschaftsförderung hat einmal beraten und wird seine Arbeit fortführen. Das Thema Bauen wurde für Wanzleben, Hohendodeleben und Klein Wanzleben neu belebt, wir können weitere Baugrundstücke anbieten. Die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ist in Arbeit. Das ist bedeutsam, weil wir vorausdenken müssen. Wichtiger ist noch, dass sich ein Klima des Mitmachens entwickelt. Der Stadtrat, die Ortsbürgermeister und Ortschaftsräte wissen, dass wir konkrete Maßnahmen einleiten müssen, um die gewünschten Entwicklungen in den Orten zu ermöglichen. Ein Euro kann nur einmal ausgegeben werden – und dann soll es auch an der richtigen Stelle sein.

Welche Ziele wurden auf später vertagt?

Ziele an sich nicht, aber deren Erreichen. Wir sparen nicht fürs Papier, wir sparen für Entwicklungen. Die finanziellen Mittel, die für die Gebäude und Ausstattungen der Kindertagesstätten bereitstehen, die reichen nicht aus. Bei den Grundschulen müssen wir uns dem Thema der Einführung von Informations- und Kommunikationstechnik stellen. Das Thema der Grundschulstandorte steht erst 2019 an. Es ist für mich kein Thema zur Haushaltskonsolidierung. „Bildung hat Vorrang“ – das gilt nach wie vor. Wenn wir die bestmöglichen Voraussetzungen für den Übergang zu den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen schaffen, dann haben wir unsere Aufgaben erfüllt.

Welche Baumaßnahmen stehen auf der Agenda für 2018?

Das sind einige. Der Beginn des Breitbandausbaus in der Stadt auch für das Folgejahr mit einem finanziellen Aufwand von 9,8 Millionen Euro; die abwasserseitige Erschließung in Dreileben durch den TAV, dabei gleich Breitband und teilweise Straßenbau für 261.000 Euro; Straßenbau in Klein Wanzleben für 200.000 Euro und die Turnhalle in Seehausen für 454.000 Euro. Außerdem erfolgt die Umsetzung der STARK-III-Vorhaben mit der energetischen Sanierung der Kindertagesstätten in Groß Rodensleben für 380.000, Hohendodeleben für 386.000 und Remkersleben für 354.000 Euro. Für Planung und Erschließung eines Wohngebietes in Klein Wanzleben sind 550.000 Euro veranschlagt; für den Stadtumbau Ost Wanzleben sind 461.000 Euro für das Rückbauprogramm vorgesehen. Weitere Projekte sind die Städtebauförderung Seehausen mit den Prioritäten der Ortschaft, das Bördestadion Wanzleben mit 412.000 Euro, und das Dorfgemeinschaftshaus Dreileben mit 400.000 Euro. Die Vorhaben sind Bestandteil des Haushaltes, die Umsetzung ist aber abhängig von der Bereitstellung der Fördermittel. Der Eigenanteil der Stadt ist gesichert.