Hohendodeleben l Glänzend präsentiert sich seit wenigen Tagen die neue Glocke in der Hohendodeleber Kirche Sankt Peter. Für den Gemeindekirchenrat ist damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, den viele mit ihrer Spende unterstützt haben.

Nachdem in der Vergangenheit Zuwendungen für die Kirchengemeinde meist in Bauarbeiten geflossen sind, hatte der Gemeindekirchenrat bereits vor mehreren Jahren den Entschluss gefasst, in etwas mit einer langen Lebensdauer zu investieren. Eine Glocke sollte angeschafft werden, denn von den einst drei Glocken ist in der Glockenstube nur noch eine geblieben.

Neben dem Zitat aus Friedrich Schillers „Glocke“ „Fest gemauert in der Erden steht die Form aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden, frisch, Gesellen! Seid zur Hand“, sind deshalb auch Fakten zur Geschichte der Hohendodeleber Glocken auf dem Spendenaufruf verewigt. Demnach kann sich kaum ein Hohendodeleber noch an den Klang des Dreifach-Geläuts im Kirchturm, das 1933 eingeweiht wurden, erinnern. Schon Anfang der 1940er-Jahre wurden die beiden großen Glocken „für die Dauer des Krieges beurlaubt“. Nun versieht schon seit fast 80 Jahren die kleine Schulglocke ihren Dienst allein.

Glockenstube muss aufwendig saniert werden

Als das Projekt „Glocke“ begonnen wurde, ging der Gemeindekirchenrat noch von einen Gesamtwert von 25 000 Euro aus. Das reicht heute aber längst nicht mehr, denn hatte ein Fachmann dem Glockenstuhl zunächst bescheinigt, dass er intakt ist, stellte ein anderer später Schäden fest, die doch erst beseitigt werden müssen, ehe das neue Geläut die Glockenstube beziehen und von dort erklingen kann.

„Es hat sich gezeigt, dass die Sanierung aufwendiger ist, als zunächst angenommen“, unterstreicht auch Birgit Weißmeyer vom Gemeindekirchenrat noch einmal. Unter anderem müssen in der Glockenstube Balken ausgetauscht und der Fußboden erneuert werden. Die andere Glocke muss ebenfalls instandgesetzt werden und auch die Kosten für die Elektrifizierung und die Montage der neuen Glocke dürfen nicht unterschätzt werden. Finanzielle Unterstützung, um das Projekt „Glocke“ zu Ende zu bringen, ist sowohl beim Baulastfond des Kirchenkreises und bei Lotto beantragt worden. Zudem hilft jeder Euro, der über Spenden in die Kasse kommt.

Aber solange die Glocke noch nicht von außen in den Turm gehoben werden kann, verweilt sie nun zunächst stumm im Eingangsbereich der Kirche. „So kann sie jeder, der zum Gottesdienst kommt, erst einmal begreifen“, erklärt Janine Zeugner, ebenfalls vom Gemeindekirchenrat. Gemeinsam mit Birgit Weißmeyer und Gemeindekirchenratsmitglied Kerstin Schadenberg zeigt sie Dankbarkeit, dass der Glockenguss geschafft ist und auch die Aufschriften „Alles was Odem hat, lobe den Herrn. Ehre sei Gott in der Höhe“ sowie „Geopfert beiden Weltkriegen anno 1917 und 1942, gegossen anno 1933 und 2019“ auf dem glänzenden Glockenkörper so gut zur Geltung kommen. Anhand alter Unterlagen aus dem Archiv ließ sich ermitteln, dass die Zitate bereits die Vorgänger-Glocke zierten. „Aus der gleichen Quelle wissen wir auch, was auf der dritten Glocke stand“, so Birgit Weißmeyer.

Ehe die Glocke bereits im Dezember des vergangenen Jahres in Brockscheid in der Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz) gegossen werden konnte, war der Sachverständige Christoph Schulz vor Ort, um den Ton, den die Glocken haben muss, zu ermitteln. In Handarbeit wurde das Werk zur Vollendung gebracht, ehe das Hohendodeleber Logistikunternehmen LAL die 747 Kilogramm schwere Glocke mit einem Durchmesser von 1,10 Meter an ihren Bestimmungsort brachte. Die letzten Meter bewältigten einige Hohendodeleber Männer mit einem Kraftakt. Der Plan, sie in das Kirchenschiff zu bringen, scheiterte an einer zu engen Tür.

Kirchengemeinde trägt Glockenguss allein

Dank der bisherigen großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung und der Rücklagen der Kirchengemeinde ist es gelungen, den Glockenguss ohne den Einsatz von Fördermitteln zu stemmen. Knapp 17 000 Euro standen auf der Rechnung.

Wer die Glocke bestaunen möchte, ist zu den Gottesdiensten herzlich eingeladen. Die finden jetzt in der Kirche wieder regelmäßig einmal im Monat statt. „Eine Mund-Nasen-Maske ist zu tragen und wir singen nicht“, erklärt Birgit Weißmeyer. Ein wenig bedauert sie, dass der Festgottesdienst zur Begrüßung der Glocke zunächst coronabedingt verschoben werden musste. Aber die Besucher beim jüngsten Gottesdienst zeigten bereits viel Begeisterung.

Spenden zur Vollendung des Projektes „Glocke“ sind weiterhin unter dem Stichwort „Glockenspende Hohendodeleben“ auf das Konto mit der IBAN: DE88 8105 5000 3030 0064 67, BIC: NOLADE21HDL möglich.