Hohendodeleben l In Bayern ist die Bundesvereinigung der Freien Wähler seit Jahrzehnten eine politische Macht und stellt mit ihrem Vorsitzenden Hubert Aiwanger den stellvertretenden Ministerpräsidenten des Freistaates sowie den Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Kabinett von Markus Söder (CSU). „Nun kann man Bayern nicht mit Sachsen-Anhalt vergleichen. Aber auch wir wollen hier Politik von Bürgern für die Bürger machen, uns ist das Mitreden wichtig“, sagte Alexander Gerlach (35), Projektmanager erneuerbare Energien aus Hermsdorf, am Montagabend in Hohendodeleben. Zusammen mit Andreas Strehlow (47), Repräsentant Multimedia Großhandel aus Hohendodeleben, stehen beide Männer als Vorstände an der Spitze der im Frühjahr gegründeten Kreisvereinigung Freie Wähler Börde. Die Kreisorganisation Börde gehört der Landes- und Bundesvereinigung an.

Wie Andreas Strehlow sagte, gebe es im Landkreis Börde viele unabhängige und freie Wählergemeinschaften, die es bei den vergangenen Kommunalwahlen in etliche Ortschafts-, Gemeinde- und Stadträte geschafft haben. „Sie genießen das Vertrauen der Menschen und sind fest in der Bevölkerung verankert“, begründete er die Wahlerfolge. Das Ansehen und die politische Kraft der Wählergemeinschaften wolle nunmehr die Kreisvereinigung Freie Wähler Börde als Plattform bündeln. Da sie eine Partei sei, können die Freien Wähler bei Landtags- und Bundestagswahlen antreten. Was sie nach den Worten von Strehlow in Sachsen-Anhalt bei der nächsten Landtagswahl 2021 auch tun wollen. Dabei solle es möglich sein, dass die freien Wählergemeinschaften auf der Liste der Freien Wähler als Kandidaten antreten können. Ziel sei es, in allen Wahlkreisen des Landes Kandidatenlisten aufzustellen.

2016 kein Einzug in Landtag

Das beste Beispiel für das Gelingen dieses Weges sei nach den Worten von Strehlow der neu gewählte Ortsbürgermeister von Wellen, René Stürmer. Er kandidierte erfolgreich für die „Bürger für Wellen“ für den Ortschaftsrat und für die Unabhängige Wählergemeinschaft für den Kreistag Börde und war in beiden Fällen erfolgreich. Nunmehr ist er der Kreisvereinigung Freie Wähler Börde beigetreten.

Andreas Strehlow selbst kandidierte bereits 2016 für die Freien Wähler für den Landtag. Damals schaffte die Partei den Einzug nicht. Aus seiner Sicht deshalb, weil der Partei die Strukturen fehlten und sie in der Bevölkerung zu wenig bekannt gewesen sei. Nunmehr bauen er und seine Mitstreiter zunächst die Organisation auf, um danach die freien Wählergemeinschaften für ihre Mitarbeit zu gewinnen. „Wir sind eine offene Partei, in der jeder seine Ideen einbringen kann“, verdeutlichte Strehlow.

Junge Leute für Mitarbeit gewinnen

„Die Freien Wähler sind wertkonservativ“, ergänzte sein Vorstandskollege Alexander Gerlach. Dabei liege es ihm besonders am Herzen, auch junge Leute für eine Mitarbeit zu begeistern. Auch die Jugend solle ihre Ideen miteinbringen und nicht nur Wahlplakate kleben. Gerlach wolle dadurch die Politikverdrossenheit aufbrechen und der Jugend vermitteln, dass ihre Vorstellungen wertvoll seien.

Die Kreisvereinigung Freie Wähler Börde hat sich unter anderem die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge auf die Fahnen geschrieben. Weiterhin bezahlbare Plätze in Kindertagesstätten und Horten bis hin zu einer kostenfreien Betreuung der Kinder. Auch fordern sie den Ausbau des Radwegenetzes im Kreis und mit der Aktion „FREIBaum“ mehr Bäume für die Börde. Ebenso stehen Schutz, Förderung und Unterstützung von Handwerk, Mittelstand und Landwirtschaft auf ihrer Agenda. Ebenso wie die Einführung eines Azubi-Tickets im Landkreis Börde, insgesamt soll der Öffentliche Personennahverkehr effektiv und umweltfreundlich gestaltet werden. Oberste Priorität haben für die Freien Wähler der Breitbandausbau und die Digitalisierung auf dem Land mit einer entsprechenden Infrastruktur für Bürger, Medizin, Schulen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen im Landkreis Börde.