Historischer Handwerkermarkt des Börde-Museums Ummendorf

Künste und Kram: 1500 Besucher tauchen in faszinierende Welt ein

Von Ronny Schoof

Rund 1500 Besucher ließen sich am Wochenende vom Börde-Museum und seinen Partnern in den historisch anmutenden Bann des Handwerkermarkts ziehen. In bewährter Manier tauchte man in eine reizvolle, ganz und gar unhektische Welt ein, die es verstand, in Staunen zu versetzen, Begeisterung zu wecken und Wissen zu vermitteln.

Ummendorf. Familie Greven aus Schleswig-Holstein legte auf der Reise nach Leipzig eigens für den Handwerkermarkt einen Zwischenstopp in Ummendorf ein: "Wir haben von Bekannten davon erfahren und wollten uns das Geschehen nun auch mal selbst anschauen. Wir sind begeistert von der Atmosphäre hier. Es war bestimmt nicht unser letzter Besuch", lautete ihr Fazit schon beim Bummel über den Burghof.

Der am weitesten angereiste Gast dürfte aber Ann Thorsen gewesen sein. Die Deutschlehrerin aus dem US-Bundesstaat Virginia genoss den vorletzten Tag ihres Aufenthalts im Rahmen eines Schüleraustauschprojekts am Oschersleber Gymnasium im Schatten der Burganlage. Und auch sie lobte Ambiente und Angebotsvielfalt der Veranstaltung.

Handwerk im ursprünglichen Sinne, von der frühgeschichtlichen Epoche der zivilisierten Menschheit bis hinein in die Neuzeit, bestimmte auch bei der 15. Auflage dieser groß angelegten Inszenierung des Börde-Museums das Geschehen unterm Burgfried. Dabei ließ sich den Handwerkern bei der Ausübung ihrer teils schon in Vergessenheit geratenen Kunst nicht nur hautnah über die Schulter schauen, die Erzeugnisse der Töpfer, Schmiede, Zinngießer, Drechsler, Weber, Flachser und Färber standen auch zum Kauf bereit.

Käufer lockten darüber hinaus die tausend kleinen Dinge an, die der Ummendorfer Trachten- und Brauchtumsverein "nebenan" auf Heinemanns Hof drapiert hatten. Das Sammelsurium des Trödelmarkts ist ein Hort für Sammler- und Liebhaberstücke - und die Zugkraft des Handwerkermarkts erwies sich zur Freude der Vereinsmitglieder als enorm: "Wir haben einen wahren Ansturm erlebt", sagte Werner Prier, "thematisch passen Trödel- und Handwerkermarkt ja auch gut zusammen."