Langenweddingen l Viele kommen in Sportanzügen. Manche sind sogar in kurzer Hose und richtigen Laufschuhen mit dabei. Einige sind auf Skiern unterwegs. Die jüngsten Teilnehmer sitzen dick eingepackt auf Schlitten und lassen sich von ihren Eltern ziehen. So sehen die Teilnehmer bei der Fortsetzung der Weltumrundung des Sportvereins Langenweddingen (SVL) am vergangenen Sonnabend aus.

„Wir hatten heute über 85 Teilnehmer. Über 300 Kilometer kamen zusammen. Wir sind jetzt bei 18.410 Kilometern. Für die Erdumrundung liegt noch Einiges vor uns, aber bei so einer Begeisterung von Nah und Fern für unsere Aktion bin ich sicher, dass wir es schaffen. Ich danke allen Teilnehmern für ihre Hilfe, für die gelaufenen Kilometer. Ich zähl auf euch. Macht weiter so“, spornt SVL-Jugendkoordinator Steffen Lange all die Sportbegeisterten an, die jetzt schon bei der Weltumrundung mit dabei sind und die, die jetzt noch hinzu kommen wollen.

Die Strecke verläuft am vergangenen Sonnabend von Langenweddingen nach Sülldorf „Wir wollen so mit allen Regeln, die wir wegen Corona einhalten müssen, unserem Motto ,Gemeinsam gegen Einsam‘ treu bleiben“, betont Lange ausdrücklich, „jeder schaltet heute seine App ein, jeder läuft nach seiner Geschwindigkeit, und dann werden alle Kilometer automatisch zu unserem Gesamtwert hinzugezählt. So hoffen wir, dann irgendwann die Weltumrundung zu schaffen. Heute ist dabei jede Art der Fortbewegung erlaubt, nur nicht motorisiert.“

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Carlo Laddey (13) aus Langenweddingen ist auch mit dabei. „Das macht doch Mordsspaß, morgens früh im Schnee rumzulaufen. Is‘ doch besser als zu Hause rumzuhocken.“ Seine Mutter Jannine verrät, dass die Familie regelmäßig im Harz wandert. Von daher sei solch ein Aufbruch am Wochenende nichts ungewöhnliches. „Wir waren schon bei der ersten Challenge mit dabei, als der SVL nach Amerika rannte.“

Der Papa von Carlo, Sven Laddey, ist ebenfalls bei der Weltumrundung mit dabei. „Wir konnten sogar noch ein paar Freunde überzeugen, mitzulaufen. Solch eine Aktion vom SVL ist einfach nur klasse. Man sieht mal wieder die Leute aus dem Dorf. Heute kommen wir endlich mal wieder zusammen. Wir tun was für unsere Gesundheit und für den SVL.“

„Das ist eine schöne Aktion. So kommen wir endlich mal wieder zusammen raus“, urteilt auch Christian Klawitter aus Schwaneberg, „da ist so ein Weg nach Langenweddingen doch nicht wirklich lang. Das ist mal wieder etwas anderes.“ Sein Sohn Franz (12) trainiere beim SVL in der C-Jugend mit und sei begeistert nach Sülldorf mitgegangen.

Susan Meyer ist zusammen mit ihrem Sohn und Mann aus Edgersleben gekommen. „Unser 13-jähriger Sohn spielt beim SV Langenweddingen, da ist es doch klar, dass wir bei so einer Aktion mit dabei sind. Da spielt das Wetter keine Rolle. So ein bisschen Winter kann uns doch nicht abschrecken.“ Ganz ähnlich urteilt ihr Mann Lars. „Das ist genau richtig. Tolle Aktion vom SVL. Wir müssen doch wieder rauskommen, gerade auch die jungen Menschen. Von so ein wenig Kälte ist noch keiner gestorben.“

Für seinen Sohn Mike ist es schon ein wenig kalt. „Aber es macht Spaß. Jetzt sehe ich endlich mal meine Freunde aus der Handballmannschaft wieder. Der Kontakt ist zur Zeit ja schon schwierig.“

Steffen Wolf aus Westerhüsen hat auch zusammen mit seinem Sohn den Weg nach Langenweddingen auf sich genommen, um beim Wettlauf um die Welt mit dabei zu sein. „Mein Sohn spielt hier beim SVL in der C-Jugend mit. Da ist es doch klar, dass er seinem Verein helfen will. Die Kilometer für die Weltumrundung müssen ja zusammen kommen. Die Mädchen und Jungen sitzen aktuell den ganzen Tag zu Hause herum; keine Schule, kein Training – da ist so eine Idee doch super.“

Der 13-jährige Julius nickt mit dem Kopf und stimmt seinem Vater zu: „Das geht schon. So kalt ist es doch gar nicht. Jetzt kann ich endlich mal wieder etwas für meinen Verein machen und sehe meine Mitspieler wieder.“

Susan Klippstein und ihr 13-jähriger Sohn Felix stehen auch schon am „Sülldorfer Weg“ in Langenweddingen und gehen hier mit an den Start nach Sülldorf. „Wir laufen um die Welt“, freut sich Susan, „zu Hause haben wir heute Morgen keine Sekunde gezögert, unsere Sportschuhe eingepackt und los ging‘s.“

„Ich finde es toll, dass der SVL sich hier so engagiert. Hier werden die Corona-Regeln eingehalten. Hier in Langenweddingen kommen heute Morgen die Menschen zusammen. Das fehlt den Menschen ja nun schon seit Monaten. Was kann es besseres in diesen schwierigen Zeiten geben?“, betont der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner (SPD). „Wie lange sind die Menschen schon nicht mehr in der Freizeit so zusammen gekommen? Wir brauchen genau solche Angebote, jetzt. Ich bin glücklich, dass wir so ein Engagement hier im Sülzetal haben.“

Sozialdemokrat Methner will sich zumindest am „Sülldorfer Weg“ den Start der SVL-Aktion ansehen. „Ich kann heute leider selbst nicht mitlaufen, weil ich im Sülzetal unterwegs sein muss, denn überall gibt es jetzt auch ehrenamtliche Helfer, die uns beim Schneeräumen helfen, und auch dort möchte ich heute dabei sein und ihnen so meine Anerkennung für ihre Leistung zeigen.“

Auch Hannelore Lange aus Langenweddingen ist bei der Aktion des Sportvereins aus ihrem Heimatort sofort am Start schon mit großer Begeisterung dabei. „Wir alle hier reisen einmal um die Welt. Da will natürlich auch ich dem SVL helfen, die Kilometer zusammen zu bekommen. Mit Freunden an der frischen Luft hier bei uns im Sülzetal gemeinsam unterwegs zu sein – da kann es doch kaum etwas Schöneres geben.“