Hohendodeleben l Den 14. und 15. September haben sich die Freunde alter Landtechnik und Traktoren aus Hohendodeleben dick im Kalender angestrichen. Denn dann wollen sie beim Landeserntedankfest im Magdeburger Elbauenpark daran erinnern, wie vor 80 Jahren die Ernte auf den Feldern erledigt wurde. „Das war richtig schwere und schmutzige Arbeit und zum Saubermachen musste ein Eimer voll mit kaltem Wasser, der über den Kopf gekippt wurde, genügen“, erzählt Konrad Krüger als einer der Traktorenfreunde, der auch auf dem Landeserntedankfest die Moderation übernehmen wird.

Alte Maschinen im Einsatz

Eben jene schwere Arbeit scheuen die bis zu 14 Herren der losen Vereinigung auch nicht, wenn sie selbst heutzutage noch mit ihren historischen Maschinen auf den Acker fahren. So wie jüngst, als sie Vorbereitungen für ihren Auftritt im Elbauenpark getroffen haben. Um dort Konrad Krügers Dreschmaschine, Baujahr 1937, in Betrieb zu nehmen, braucht es nämlich Korn. So wurde mit der alten Technik auf einem Feld das örtlichen Landwirtschaftsbetriebes „Bördeland“ Weizen gemäht und eingebracht. „200 Bunde haben wir vorbereitet, um sie dort zu dreschen“, erklärt Konrad Krüger weiter. Vor einigen Jahren haben die Freunde der alten Landtechnik auch schon Dinkel geerntet.

Um die Getreidearten auch im Vergleich vorzustellen, werden die Männer, die sich dann in ihren Uniformen präsentieren, auch Proben von verschiedenen Feldgaben dabeihaben. „Auch Linsen, Lupine und Erbsen haben wir“, so Konrad Krüger, für den es sich in den vergangenen Jahren bewährt hat, Kinder und Erwachsene anzusprechen und zu fragen, ob sie die Sorten kennen.

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Alte Feldfrüchte dabei

Die Dreschmaschine, die einst beim Unternehmen Raussendorf in Singwitz bei Bautzen gebaut worden ist, wird verbunden mit einem Lanz-Bulldog, der ebenfalls 1937 gebaut worden ist. „Wir haben aber viele alte Gerätschaften mit“, kündigt Konrad Krüger an. So kann dank einer alten Bindemaschine außerdem vorgeführt werden, wie das Stroh zu Bunden zusammengefasst wird. Mit Unterstützung von drei bis vier Männern, die aus dem Harz anreisen, wird vorgeführt, wie einst mit dem Dreschflegel gedroschen wurde. „Das Schöne ist, die modernen Mähdrescher stehen genau neben uns“, fügt Konrad Krüger hinzu.

Ebenso soll geschrotet werden und auch die Kartoffelkombine soll in Aktion zu erleben sein. „Wichtig ist es, die Kultur von einst auch zu erhalten, die heutigen Bauern haben aber keine Zeit dazu, weil sie beschäftigt sind“, unterstrich Konrad Krüger die Notwendigkeit, junge Leute für den Erhalt der alten Landwirtschaftstechnik und -techniken zu begeistern. Die Gruppe der Freunde alter Landtechnik und Traktoren hat sich Anfang der 2000er-Jahre zusammengefunden.

Das Durchschnittsalter ist heute schon recht hoch. Einen eigenen Traktor oder eigene Landtechnik zu besitzen, ist kein Muss. Noch vor dem Landeserntedankfest werden sich einige Landtechnikfreunde am kommenden Wochenende auf den Weg nach Jävenitz in der Altmark machen und auch das Schleppertreffen auf Gut Detzel bei Haldensleben am 7. und 8. September werden sie sich nicht entgehen lassen. Ebenso planen sie am 6. Oktober einen Auftritt beim Erntedankfest in Karow im Jerichower Land. „Bei Jubiläen von Landwirten und Genossenschaften sind wir auch immer dabei“, so Konrad Krüger. Ihren Abschluss findet die seit März andauernde Saison der Landtechnikfreunde im Oktober beim Erntedank in Groß Rodensleben.