Landesjagdverband

Langenweddinger Jäger betrachten die gesamte Natur

In Langenweddingen unterhält der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt seine Geschäftsstelle. Seit dem 1. Juni 2021 ist Wolf Last der Geschäftsführer. Er koordiniert von hier aus die Aktivitäten des Interessenverbands.

Von Udo Mechenich
Auf den Hochständen verschafft sich der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt, Wolf Last, regelmäßig einen Überblick in seinen Jagdrevieren.
Auf den Hochständen verschafft sich der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt, Wolf Last, regelmäßig einen Überblick in seinen Jagdrevieren. Foto: Udo Mechenich

Langenweddingen - Informationsbeschaffung und Netzwerken: das sind die beiden Hauptaspekte der Arbeit des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt. Von seiner Geschäftsstelle in der Halberstädter Straße 26 in Langenweddingen aus berät er seine knapp 9000 Mitglieder. Wolf Last ist seit dem 1. Juni 2021 der Geschäftsführer des Verbands.

„Ich führe die Geschäfte des Verbands. Dazu gehört das Tagesgeschäft der Betreuung der Mitglieder in den verschiedenen Jägerschaften. Sie alle erwarten eine zeitnahe, fundierte und korrekte Kommunikation miteinander und untereinander. Die betrifft zum einen die horizontalen Strukturen unter den Jägern, die Netzwerkpflege. Dazu gehört zum anderen aber auch der Fluss der Informationen in der Vertikalen von unten nach oben und anders herum.“ Die betreffe alle für die Jäger relevanten Themenfelder; jagdlicher und landwirtschaftlicher, politischer und ökologischer Natur.

Bei Entscheidungen im politischen Bereich, auf der kommunalen Ebene und auch auf der Landesregierung, beispielsweise im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, habe der Landesjagdverband es dabei sehr oft ein wenig leichter, sich Gehör bei den Verantwortlichen in Magdeburg in den unterschiedlichen Abteilungen zu verschaffen. Dies sei für den einzelnen Jäger um ein Vielfaches schwieriger, betont Geschäftsführer Wolf Last gegenüber der Redaktion der Volksstimme.

Zunächst Philosophie studiert

29 Jahre ist Wolf Last alt. „In meinem ersten Studium habe ich Philosophie in Regensburg studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. Anschließend habe ich in Berlin mit dem Master ein Agrarwissenschaftsstudium abgeschlossen.“ Der Posten des Geschäftsführers beim Landesjagdverband ist sein erster Job nach dem Abschluss der beiden Studiengänge.

Den Jagdschein hat der gebürtige Münchener Last schon mit 20 Jahren gemacht. „Ich hatte immer schon ein großes Interesse für die Natur und ihre Belangen. Den Jagdschein zu machen, ist für mich der umfassendste Zugang zu diesem Thema. Tiere und Pflanzen und deren Zusammenspiel mit der Natur insgesamt sowie die Prozesse in unserer Umwelt haben mich schon immer gegeistert und fasziniert. Das Leben der Menschen in der Natur und deren Nutzung – das ist mein Thema, damit beschäftige ich mich seit meiner Kindheit schon.“

Das Jagdrevier sei für ihn wie ein Schrebergarten, nur eben etwas größer, aber eben auch, und das übersehen viele, kultiviert. „Hier kümmere ich mich um die Pflege, setze Pflanzen an, lese die Spuren, verfolge die Wildentwicklung, kontrolliere und sorge mich um die Artenvielfalt. Hier habe ich selber etwas geschaffen und freue mich darauf, es nutzen zu können. Ich bin auch Jäger, wenn ich gar kein Gewehr dabei habe“, sagt er.

Eine Aufgabe des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt ist die der Aufklärung in der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt er im Internet eine eigene Website und unterhält bei Facebook und Instagram einen Auftritt zur Eigendarstellung. „Auf unsern digitalen Auftritten berichten wir auch über all die Projekte, bei denen Mitglieder von uns sich um den Naturschutz kümmern. All diese kleinen Initiativen werden von vielen leider meist gar nicht bemerkt.“ Ein anderes Standbein der Öffentlichkeitsarbeit des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt ist sein Informationsmobil. Mit diesem extra umgebauten Anhänger besucht die Mitarbeiterin des Verbands Stefanie Neumann Schulen und Kindergärten, Altenheime und auch Dorffeste.

Aktive Umweltbildung

„Kollegin Neumann betreibt mit unserem Informationsmobil aktive Umweltbildung. Sie geht raus zu den Menschen, erklärt die Jagd aber eben auch alle anderen damit zusammen hängenden Aspekte des Jagdtums. Bei ihren Besuchen geht es um die Tierarten und -pflanzen hier bei uns im Wald. Gerade für die kleinen Kinder hat sie dann auch Exponate mit dabei, die die Kinder anfassen können, so beispielsweise Abgüsse von Tierspuren und Schädel von unterschiedlichen Tieren.“

Zur Geschäftsstelle des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt gehört in Langenweddingen auch ein Schulungsraum. Hier finden Seminare für die Mitglieder des Verbands und auch für Nicht-Mitglieder statt. „Hauptsächlich geht es dabei um Jagdthemen. In Kürze bieten wir einen Kurs zur Verarbeitung von Wildfleischprodukten an. Dazu haben wir einen ausgebildeten Metzger eingeladen. Er wird uns hier in unserem Schulungsraum zeigen, wie man die erlegten Tiere richtig zerlegt. Geplant sind auch Botanik-Schulungen“, kündigt Last an.

Die ausgeübte Jagd ist somit nur ein kleiner Teil der Aufgaben eines Jägers in seinem Revier. „Elementarer Bestandteil der Jagd ist die Hege. Das bedeutet die Pflege des gesamten Lebensraums. Dazu gehört der Erhalt der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen, dazu gehört der Aufbau von Schutzwällen und Zäunen, die Anpflanzung von Heckengehölzen und dazu gehört auch das Monitoring der Arten. Umso abwechslungsreicher eine Landschaft ist, umso mehr Lebensräume bietet sie der Tierwelt.“