Wanzleben l Seit Monaten liefen am Börde-Gymnasium die Vorbereitungen und Proben. Knapp 100 Schüler aus sieben Arbeitsgemeinschaften und acht Lehrer waren in das Mammutprojekt eingebunden, sagte Lisa Holzapfel, Schulsozialarbeiterin am Gymnasium. Dann der große Auftritt. Die Schauspieler, Chorsänger und Musiker präsentierten beim Weihnachtselternabend in der Sporthalle ihr Musicalprojket „Aschenputtel“.

Nicht nur die Durchführung und Erarbeitung des zusammengestellten Programms führte das Börde-Gymnasium für dieses Projekt in Eigenregie durch. Auch die musische Ausgestaltung des Märchens war eine original „BGW House Production“. Wobei BGW für Börde-Gymnasium Wanzleben steht. Zum Team, das das Musicalprojekt auf den Weg brachte, gehörten die Lehrer Katrin Elsner, Birgit Gollmer, Nicola Thews, Martina Salomon, Beatrix Reckenbeil, Schulsozialarbeiterin Lisa Holzapfel sowie die Schülerinnen Trixi, Martina und Nicola.

Kulissen selbst entworfen

„So ist das Musical eigentlich schon seit Ende des letzten Schuljahres auf dem Tisch des Organisationsteams ein alltäglicher Begleiter“, sagte Lisa Holzapfel. Der Text des gekauften Skriptes sei angepasst, Passagen gestrichen und Regieanweisungen auf ihre Umsetzungsmöglichkeit geprüft worden. Passend zum Stück wurde Musik für die Instrumentengruppen vorbereitet und Tänze choreografiert. Selbst bei den Entwürfen für das Bühnenbild und die Requisiten musste Geschick und Einfallsreichtum gezeigt werden.

Bilder

„Erst als dies alles stand, konnten die zu lösenden Aufgaben in die Schülergruppen hineingetragen und in enger Zusammenarbeit von Groß und Klein in Angriff genommen werden. In den AG-Zusammenkünften wurde von da an nun getüftelt und gewerkelt, geprobt und gemalt, gebastelt und Texte gebüffelt“, erinnerte sich Lisa Holzapfel an die spannende Zeit der umfangreichen Vorbereitungen. Für das Probenlager Ende Oktober im Harz mussten alle Schülergruppen schon einen Großteil ihrer Aufgaben umgesetzt haben, um erste realistische Gesamtproben mit allen Beteiligten zu ermöglichen. So konnten die Akteure in der Turnhalle der Schierker Baude einen ersten Vorgeschmack auf das Ergebnis erahnen. „Die Schauspieler hatten oftmals nur provisorische Requisiten, auch ein abgefranster Besenstiel kann mal als Zeremonienstab herhalten“, blickte Lisa Holzapfel auf die Proben zurück. Aber gerade solche Kleinigkeiten hätten in stressigen Zeiten auch zur Unterhaltung des gesamten Teams beigetragen und erhielten den Spaß und die Freude an der gemeinsamen Arbeit.

Denn trotz all des Engagements an diesem Musicalprojekt lief der normale Schulalltag für alle Beteiligten am Wanzleber Börde-Gymnasium weiter. Doch ungeachtet dieser Tatsache wurden auch in den allseits gefürchteten „stressigen letzten Wochen vor Weihnachten“, wo sich Tests und Klausuren vom Tisch der Schüler auf den Tisch der Lehrer wechselseitig umstapeln, erstaunliche Dinge aus dem Boden gestampft. So auch die selbst entworfenen Kulissen, die die Schülerinnen auf die großen Pappflächen für das Bühnenbild übertrugen und deren Farbe gerade rechtzeitig zur letzten großen Probe trocken war.

Und spätestens in der Schlussszene des Stückes, als sich der Prinz und sein Aschenputtel verliebt in die Augen blickten und die letzten Töne aus dem „Musikergraben“ erklungen, brach auch der letzte Zuschauer im Publikum in begeisterten Beifall aus. „Und was geschieht nun, wenn man sieben Arbeitsgemeinschaften für ein Großprojekt zusammennimmt und versucht unter ein Dach zu bringen? Es entstehen unfassbare Dinge. Chaos, Tränen, Verzweiflung, aber vor allem ein unbeschreiblich schönes Endergebnis, auf das alle Beteiligten sehr stolz sein dürfen“, zog Lisa Holzapfel Bilanz.