Klein Wanzleben l „Wir rechnen mit einem Ertrag von bis zu 20 Kilogramm Honig“, sagte der Klein Wanzleber Imker Michael Schulze. Zusammen mit den Mädchen und Jungen der Arbeitsgemeinschaft Bienen- und Naturfreunde der Grundschule Klein Wanzleben und Schulleiterin Sabine Dehnert war Schulze im Keller des Schulgebäude im Mühlenplan zu Gange, um den ersten eigenen Honig zu produzieren. Dort haben die Jung-Züchter in der alten Schulküche ihre Produktionsstätte eingerichtet.

Den eigenen Honig der Arbeitsgemeinschaft bezeichnete Imker Schulze als Frühsommertracht. Seit dem Frühling waren die bis zu 70 000 Bienen der beiden Völker der Grundschüler auf den Äckern rund um das Zuckerdorf unterwegs, um besonders auf den Rapsfeldern Nektar zu sammeln. Diesen Nektar trugen die fleißigen Bienen in ihren Stock, um mit dem daraus von ihnen erzeigten Weiselsaft die Königinnen zu ernähren. Daraus erzeugten die Zuckerdorf-Kinder jetzt ihren Honig.

Kinder arbeiten tüchtig

Doch bevor der erste Honig in den Bottich floss, mussten die Mädchen und Jungen der Klassen zwei bis vier tüchtig arbeiten. Während die einen mit einer scharfen Gabel die Honigwaben in den 18 Rähmchen entdeckelten, spülten die anderen viele kleine Gläser, in die später der Honig gefüllt wurde. Jeweils vier Rähmchen wurden unter fachmännischer Aufsicht von Imker Michael Schulze dann in eine Honigschleuder gespannt. Mit Muskelkraft setzten die Kinder die Schleuder in Bewegung. Mit Hilfe der Zentrifugalkraft schleuderte die Maschine den Honig aus den Waben, der dann in einen Eimer floss. Sehr zur Freude der Kinder, die ihren ersten, selbst erzeugten Honig so gleich kosten durften. „Lecker, der Honig schmeckt sehr süß“, lautete das einhellige Urteil der Steppkes nach der Geschmacksprobe.

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Wie Schulze berichtete, würden die AG-Kinder den ersten eigenen Honig in Gläsern mit nachhause nehmen, um den süßen Saft ihren Eltern präsentieren zu können. Auch die anderen Mädchen und Jungen der Grundschule des Zuckerdorfes kommen nicht zu kurz und dürfen sich über Honiggaben freuen. Den Rest des Honigs wolle die Grundschule bei eigenen Veranstaltungen an die Besucher verkaufen, um damit die Kasse der Arbeitsgemeinschaft Bienen- und Naturfreunde aufzufüllen. Schließlich habe die AG noch viele Ziele und wolle unter anderem den Schulhof mit Sträuchern und Bäumen bepflanzen.

Abordnung besucht Grundschule

Auch das Land Sachsen-Anhalt hat die pädagogische Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft Bienen- und Naturfreunde an der Grundschule erkannt. In der kommenden Woche wird eine Abordnung der Agrarmarketinggesellschaft die Grundschule des Zuckerdorfes besuchen und eine komplette Imkerausstattung übergeben. „Der Aufbau einer Schulimkerei ist eine gute Gelegenheit, theoretisches Wissen aus dem regulären Schulunterricht mit einer praktischen Tätigkeit an der Schule zu verknüpfen“, sagte Wolfgang Zahn von der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, die das Projekt in Kooperation mit dem Imkerverband umsetzt. Es wird vom Landwirtschaftministerium gefördert. „In der Arbeitsgemeinschaft können die Schüler beim Beobachten und Mitmachen viel Interessantes erleben, ihren eigenen Honig schleudern, abfüllen und zum Beispiel bei Schulfesten vermarkten“, erklärte Zahn. Ziel des Landwirtschaftsministeriums sei es, mit dem Projekt Kinder und Jugendliche für das Thema Bienen und Honig zu sensibilisieren und zu begeistern. Der Imkerverband wolle damit den Nachwuchs fördern.