Hohendodeleben l Seit 1995 sind die heute 82-jährigen Anneliese Kups und Rosemarie Kretschmer als Ortschronistinnen in der Gemeinde Hohendodeleben tätig, ab 2004 ist die 75-jährige Margit Vogel dazu gestoßen. Dieser regelrechte Chronistenstab ist zur Aufarbeitung der Geschichte des Ortes auch notwendig. Diese Arbeit hatten zunächst der ehemalige Schulleiter Erich Müller und Gerald Fetzing übernommen.

Viel Recherchearbeit

In der Hohendodeleber Geschichte klaffte nämlich ein gewaltiges Loch, welches sich quasi über die gesamte DDR-Zeit erstreckte, denn nach dem zweiten Weltkrieg hatte sich niemand großartig um die Historie gekümmert. Diese Lücke ist mittlerweile ganz gut geschlossen, denn die drei Frauen und ihre beiden Vorgänger haben Alte gesichtet, zunächst direkt im Ort und dann beim Landesarchiv und der Kirche. Daraus sind dann schon zwei Chroniken entstanden. „Eine kam ihr Jahr 2008 heraus und beschäftigt sich mit dem Geschehen von der ersten urkundlichen Erwähnung bis in das Jahr 1949“, erzählt Rosemarie Kups beim Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme. „Im Jahr 2014 ist dann noch eine Bilderchronik hinzugekommen.“

Außerdem geben die Chronistinnen eine Jahresschrift heraus, die die besonderen Ereignisse dokumentiert. Diese gibt es seit 1995. Die historisch interessierten Frauen verweisen gleich auf mehrere Schränke, in denen sich die Dokumentationen finden. Ihr wissen haben sie für all das oft wiederum alten Akten entnommen, die im „Heiligtum“ des Ortes, dem Chronisten-Arbeitszimmer befinden. Zwei Schränke sind voll mit Wissen, das bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht.

Bilder

So ganz nebenher haben sie in der Heimatstube im Gemeindezentrum sechs Themenzimmer eingerichtet, die sich mit den Themen Schule, Schlachten und Leben auf dem Land beschäftigen. Das Leben wird dann in einem Spielzimmer, einer Küche, der guten Stube und einer Schlafstube gezeigt. Alles wird mit mittlerweile historischen Möbeln, Waren des täglichen Bedarfs und Alltagswerkzeugen dargestellt. Selbst eine Honigschleudern und ein Waschfass gibt es zu sehen.

Dies und die vielen Fotos, die überall angebracht sind, begeistern die Besucher sichtlich. Der lange Flur der Stube wird dazu genutzt, um Dokumentationen über die Jubiläen der Vereine und der Schule zu zeigen.

Nachfolger nicht in Sicht

Das ist nämlich an diesem Tag das besondere Motto, unter dem die Chronistinnen eingeladen haben. Selbst Ortsbürgermeister Dr. Werner Jander (CDU) ist zu dem Tag der offenen Tür gekommen und lobt die Arbeit der Chronistinnen.

Diese haben für die Heimatstube schon drei Nachfolgerinnen gefunden, die hier einmal die Geschicke in die Hand nehmen wollen. Das sind Anke Felgentreff, Korinna Vogel und Anja Kreuseler. Diese versorgen die Besucher auch schon fleißig mit Kaffee und Kuchen. „Für die Arbeit als Chronist könnten wir aber bislang noch niemand begeistern“, erzählt Margit Vogel. „Wenn wir also einmal den Posten abgeben, dann droht wieder eine neue Lücke in der Aufarbeitung der Ortsgeschichte.“