Wanzleben l Die Entscheidung der Polizeidirektion Magdeburg, die Wanzleber Außenstelle in der Lindenpromenade seit Dezember 2019 nicht mehr dauerhaft mit Beamten zu besetzen, hat in der Bevölkerung der Einheitsgemeinde für eine gewisse Verunsicherung gesorgt. Die Bürger befürchten, der Abzug der Polizisten führe zu einem Anstieg der Kriminalität. Nach einem Einbruch im Sportlerheim am Börde-Stadion forderte jüngst der Sportverein Blau-Weiß Empor Wanzleben die Kommunalpolitik auf, sich für eine Wiederbesetzung der Polizei-Außenstelle in der Sarrestadt einzusetzen.

Zusammenarbeit klappt gut

„Jeder Bürger wünscht sich eine Polizeipräsenz vor Ort“, räumte Kai Pluntke, Leiter des Amtes für Ordnung und Soziales in der Stadtverwaltung Wanzleben und stellvertretender Bürgermeister, gegenüber der Volksstimme ein. Seiner Einschätzung nach sei es in der Stadt seit Dezember zu keinem Anstieg der Straftat gekommen. Die Präsenz der Polizei in Wanzleben sei unter anderem durch die beiden Regionalbereichsbeamten gewährleistet, die für die Gemeinde zuständig seien. „Die Zusammenarbeit der Stadt mit den Regionalbereichsbeamten klappt gut“, verdeutlichte Pluntke.

Fraktion fordert Resolution

Mit dem Thema der Polizei in Wanzleben beschäftigte sich bereits der Stadtrat in seiner Sitzung im Dezember. Die AfD-Fraktion hatte den Antrag eingebracht, der Stadtrat solle eine Resolution verabschieden, in der die Landesregierung aufgefordert werde, „sofort für das Fortbestehen der Polizeidienststelle Wanzleben zu sorgen“. Die Mitglieder des Stadtrates lehnten den Antrag mit elf Nein-Stimmen, sechs-Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen ab. Im Stadtrat sitzen zwei AfD-Mitglieder.

Stellungnahme an den Stadtrat

„Das Polizeirevier Börde ist für den gesamten Landkreis Börde zuständig. Der Reviereinsatzdienst ist beauftragt, den Soforteinsatz der Polizei im Landkreis zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Erfüllung von Präsenz-, Einsatz und Verkehrssicherheitsaufgaben sowie die Aufgaben der Kriminalitätsbekämpfung und erfolgt rund um die Uhr durch den Einsatz von Einsatzmitteln in den sechs Streifenbereichen“, hieß es in einer Stellungnahme des Polizeireviers Börde in Haldensleben an den Stadtrat. Der Darstellung des Antrags der AfD-Stadtratsfraktion eines „Polizeiverbundes Wanzleben-Oschersleben“ könne nicht gefolgt werden, da die gegenwärtig dienstlich genutzte Liegenschaft in Wanzleben bereits seit längerem strukturgemäß nicht mehr im Sinne einer operativen Dienststelle betrieben werde.

Keine Öffnungszeiten für Bürger

„Bei der polizeilichen Liegenschaft in Wanzleben handelt es sich um eine Außenstelle. Das sind polizeiliche Dienststellen, die nicht rund um die Uhr besetzt sind und keine regulären Öffnungszeiten vorsehen“, sagte Frank Küssner, Pressesprecher der Polizeidirektion Magdeburg. Organisatorisch würden die Außenstellen dem Zweck dienen, polizeiliche Dienstleistungen zu gestatten, indem dort Büroarbeiten sowie Dienstantritt und Dienstende ermöglicht werden sollen.

Kein Anstieg der Zahlen

„Zurückliegend war es aufgrund innerbetrieblicher organisatorischer Entwicklungen notwendig, Veränderungen vorzunehmen, die nur die Erledigung von Bürotätigkeiten in der Außenstelle Wanzleben vorsah“, sagte Küssner weiter. In Aussicht veränderter Rahmenbedingungen sei die schnellstmögliche Rückkehr zur ursprünglichen Verfahrensweise beabsichtigt. Gleichwohl führte die derzeitige Regelung weder zu einer veränderten polizeilichen Präsenz noch beeinträchtigte sie die polizeiliche Aufgabenerfüllung im Bereich Wanzleben und im Sülzetal. So wurden die Besetzung der Streifenkreise und die Einhaltung der Reaktionszeiten weiter gewährleistet. „Es liegen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, dass es in den zurückliegenden Wochen zu einer signifikant gestiegenen Kriminalitätsbelastung gekommen ist“, machte Küssner deutlich.