Langenweddingen l Die Kameraden in Langenweddingen haben ihren Tag der offenen Tür genutzt, um in der Gemeinde Geschichte zu schreiben: Sie haben die erste Kinderfeuerwehr im Sülzetal gegründet und deren sechs Mitglieder der Öffentlichkeit vorgestellt. Betreut werden die Kleinen künftig von Vivien Lehmann und Svenja Derzbach.

Für den großen Auftritt hatten sich die Feuerwehr-Knirpse entsprechend vorbereitet. So bastelten sie im Vorfeld kleine Feuerwehrautos und kamen damit quasi zu ihrer Vorstellung angerauscht. Die Begeisterung an der Sache war ihnen förmlich anzusehen. Vorgestellt wurden sie vom Wehrleiter Maik Schneemann und ihren Betreuerinnen.

Spaß soll nicht zu kurz kommen

Die Mitglieder der Jugendwehr hießen die Neuen mit einem Gedicht willkommen, welches aus der Feder des Wehrleiters stammt. Die sechs Mitglieder der Kinderwehr legten daraufhin bei einem Tanz eine kesse Sohle „aufs Parkett“ und bekamen von den Besuchern reichlich Beifall.

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Ebenfalls anwesend waren ehemalige Mitglieder der jungen Brandschutzhelfer. „Diese waren zu DDR-Zeiten in einer Schul-Arbeitsgemeinschaft aktiv“, erklärt Maik Schneemann. „Sie haben hier einst eine Ausbildung absolviert und sind dann danach weiter in der damaligen Wehr ausgebildet worden.“ Die Generierung von Nachwuchs für die Feuerwehr habe somit also eine lange Tradition in Langenweddingen. Daher sei es auch kein Wunder, dass die Kameraden hier eine Vorreiterrolle übernehmen. „Den Grundstein dafür haben wir Anfang des Jahres gelegt“, schilderte der Wehrleiter. „Da wurde nämlich unsere Satzung geändert, um den entsprechenden Schritt gehen zu können.“

Somit stand der jetzigen Gründung der Kinderwehr nichts mehr im Wege. Für die Kleinen steht künftig ein Dienst an, bei dem sie die Wehr, die Abläufe, Erste Hilfe sowie Einsatzfahrzeuge kennen lernen werden. Der Spaß soll auch nicht zu kurz kommen.

Beispielgebend für andere Wehren

Maik Schneemann sieht in der neuen Abteilung eine echte Bereicherung für die Wehr. Diese besteht derzeit aus 32 Aktiven, davon sind elf Atemschutzgeräteträger. Hinzu kommt eine große Alters- und Ehrenabteilung und die Jugendwehr mit acht Mitgliedern.

Bürgermeister Jörg Methner (SPD) und Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek (Die Linke) sehen in der Gründung einen Schritt in die richtige Richtung, der beispielgebend für andere Wehren in der Gemeinde Sülzetal sei. Auch dort gibt es Bestrebungen, künftig mit Kinderwehren schon frühzeitig mit der Nachwuchsgenerierung zu beginnen. Ähnlich sahen das weitere Gäste wie der Gemeinde-Wehrleiter Marco Dahlke, Kreisjugendwart Holger Kluge und nicht zuletzt der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Harald Hinze.

Allesamt ließen sie sich Gulasch und Nudeln aus der Feldküche schmecken und beobachteten die aktiven Kameraden dabei, wie diese eine technische Hilfeleistung demonstrierten. An einem Auto kam dabei das hydraulische Rettungsgerät zum Einsatz.

Die Kleinen vergnügten sich derweil auf der Hüpfburg von Maxi-Max, besuchten die Bastelstrecke und das Kinderschminken oder löschten mit der Kübelspritze am selbstgebastelten Brandhäuschen. „Es war ein toller Tag“, schätzt Maik Schneemann ein. „Alle Helfer und Mitglieder haben sich für ihren Einsatz ein dickes Lob verdient.“