Kirchengemeinde

Richtfest für neues Gemeindezentrum der Kirche in Hohendodeleben

Statt einer Dachreparatur wird das Gemeindezentrum der Hohendodeleber Kirchengemeinde grundhaft saniert. Es soll nach der Fertigstellung noch stärker mit dem Leben im Dorf verbunden werden.

Von Von Constranze Arendt-Nowak
Noch kurz bevor die Richtkrone aufgerichtet wurde, hatten die Zimmerleute am Dachstuhl gearbeitet.
Noch kurz bevor die Richtkrone aufgerichtet wurde, hatten die Zimmerleute am Dachstuhl gearbeitet. Foto: Constanze Arendt-Nowak

Hohendodeleben - Das alte Gemeindezentrum in der Kleinen Straße in Hohendodeleben war mittlerweile ganz schön in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig. „Es gab große Schäden am Dach, was sich auch durch Wasserflecken im Inneren immer wieder bemerkbar machte“, erklärte Pfarrerin Dorothee Sparfeldt am 18. Juni 2021 auf der Baustelle. Recht schnell war klar, dass es mit einer einfachen Dachreparatur nicht getan sein wird, sondern eine grundhafte Sanierung des Gebäudes wohl die bessere Lösung wäre.

Inzwischen ist es einige Jahre her, dass Ideen zusammengetragen wurden und erste Förderanträge aufgesetzt wurden. Nun stehen endlich Fördermittel aus den Leader-Töpfen zur Verfügung, weitere Mittel vom Kirchenkreis Egeln und von der Hohendodeleber Kirchengemeinde selbst sichern das Finanzierungskonzept ab. Obwohl sie über konkrete Summen schweigt, weiß die Pfarrerin, dass die Kirchengemeinde „an ihre Grenzen gegangen ist“.

Das, was seit Frühjahr dieses Jahres hier entstanden ist, kann sich sehen lassen. Wände sind gefallen und neu hochgezogen worden, ein neuer Dachstuhl krönt das Haus. Birgit Weißmeyer durfte als Vorsitzende des Gemeindekirchrates am Freitag im Schatten der Richtkrone den symbolischen letzten Nagel ins Gebälk treiben, nachdem Stephan Schmidt vom Unternehmen Holzbau-Schmidt zünftig den Richtspruch gesprochen und ein Gläschen zerschlagen hatte. „Scherben bringen Glück“, sagte er beim Zerschellen des Glases auf dem Betonfußboden. Läuft alles weiter nach Plan, soll die Sanierung und die damit verbundene Modernisierung des Hauses im Herbst abgeschlossen sein und neues Leben einziehen.

Die Räumlichkeiten sind ein wenig größer geworden und lassen dann noch mehr Platz für kreative Ideen für die Nutzung. „Es freut uns, dass wir so ein schönes Haus bekommen“, sagte Birgit Weißmeyer oben auf der Rüstung.

Sie nutzte die Gelegenheit, ein wenig zurückzuschauen auf frühere Zeiten. Der Raum wurde nicht nur als Winterkirche für Gottesdienste genutzt, sondern beispielsweise auch für die Treffen von Frauenkreis und Christenlehre-Kindern. Die Anfänge der Veranstaltungen der Kirchengemeinde in diesem Haus gehen auf die 1960er-Jahre zurück – damals zog der Kindergarten in das neue Haus gegenüber. „Tassen, Teller und alles andere haben wir damals mitgebracht“, so Birgit Weißmeyer. Die Bauleute haben übrigens bei den Abrissarbeiten noch ein gerahmtes Bild aus der Zeit des Kindergartens sichergestellt. Vielleicht findet sich dafür ein würdiger Platz im sanierten Gemäuer.

Die Zeiten haben sich gewandelt. Dass das Gemeindezentrum regelmäßig genutzt wurde bis zu dem Zeitpunkt, als die Bauarbeiten begannen, beweist auch die Notwenigkeit einer Winterkirche. Eine solche in die benachbarte Kirche zu integrieren, wäre aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit nicht umsetzbar gewesen.

Geht es aber nach den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates, soll in dem Gemeindezentrum künftig noch mehr Leben einziehen. So spricht auch Pfarrerin Dorothee Sparfeldt von einer Öffnung und einem stärkeren Bezug zur Kommune, so dass das Gemeindezentrum künftig das Leben im Dorf bereichert. Es soll ein Ort der Begegnung werden, an dem zum Beispiel auch Konzerte oder Lesungen stattfinden. Eine Verbindung zum großen Sohn des Ortes, Friedrich von Matthisson, soll schon mit der Namensgebung geschaffen werden. Weitere Ideen für die Nutzung sind gerngesehen, wie Birgit Weißmeyer versicherte.

Den letzten Nagel ins Gebälk zu treiben, oblag Birgit Weißmeyer.
Den letzten Nagel ins Gebälk zu treiben, oblag Birgit Weißmeyer.
Foto: Constanze Arendt-Nowak
Der Giebel bekam mit der Sanierung zwei Fensteröffnungen.
Der Giebel bekam mit der Sanierung zwei Fensteröffnungen.
Foto: Constanze Arendt-Nowak