Wefensleben l Weil sich ein potenzieller Investor gefunden hat, der beabsichtigt, auf dem ehemaligen Schulgelände einen größeren Verbund von altengerechten Wohnungen (57 Wohneinheiten) zu errichten, befasste sich der Wefensleber Gemeinderat am 14. August mit dem Thema. Konkret ging es um einen Grundsatzbeschluss, um dem Investor, namentlich ist das die Humanas Pflege GmbH & Co. KG, Planungssicherheit zu verschaffen.

Vom Unternehmen wurde das Projekt in der öffentlichen Sitzung vorgestellt, anschließend entfachte sich um den geplanten Standort eine intensive Diskussion. Zwar ist man sich im Rat einig darüber, dass eine Ansiedlung solcher Wohnungen von großem Nutzen für die Gemeinde ist, doch insbesondere die Freie und unabhängige Wählergemeinschaft Wefensleben (FUWG), mit fünf Sitzen größte Fraktion im Rat, favorisiert eine andere räumliche Lösung.

„Und dies aus unterschiedlichen Gründen“, wie FUWG-Vorsitzender Torsten Fieseler erklärt. „Zum einen würde man das heutige Dorfzentrum, bestehend aus Sporthalle und Festplatz, aus Emissionsgründen perspektivisch zerstören. Hintergründe sind die unterschiedlichen Formen der aktuellen Nutzung. Gemeinschaftliche Veranstaltungen des Sports und der Feuerwehr würden auf den direkt angrenzenden Flächen nicht weiter für das dörfliche Miteinander genutzt werden können. Zum anderen würde Wefensleben sich die Möglichkeit zum Bau einer neuen Grundschule dauerhaft verschließen.“

Krolop gibt der FUWG Kontra

Die FUWG schlug deshalb einen alternativen Standort für das Humanas-Projekt vor: eine Brachfläche am neuen Spielplatz im oberen Teil der Bahnhofstraße. Das fand durchaus Anklang, überzeugte jedoch nicht vollends. Bürgermeisterin Ulla Krolop (CDU) erinnerte daran, dass es auch für diese Fläche bereits Interessenten gibt. „Die möchte ich nicht einfach so vor den Kopf stoßen. Und wir können uns doch glücklich schätzen, wenn wir beide Grundstücke an den Mann bringen.“ Ferner sei ein Schulneubau illusorisch: „Abgesehen davon, dass dafür auf absehbare Zeit überhaupt kein Bedarf besteht, liegt das nicht in unserer Zuständigkeit als Gemeinde.“

Der Beschlussvorlage wurde somit unverändert zugestimmt. Knapp mehrheitlich, weshalb sich die FUWG noch nicht geschlagen gibt. „Unsere Fraktion und weitere Ratsmitglieder sind der festen Überzeugung, dass dieser Beschluss die Gemeinde nachhaltig in der Weiterentwicklung einschränken und damit das Gemeinwesen der Kommune negativ beeinträchtigen wird“, so Torsten Fieseler. „Als Folge der Abstimmung werden wir ein Bürgerbegehren beantragen, um dieses wichtige Thema noch einmal auf die Tagesordnung bringen zu können.“

Darüber hinaus beschäftige sich die FUWG hinsichtlich möglicher weiterer Schritte mit der Option, einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Torsten Fieseler, der auch Vorsitzender des Wefensleber Sportvereins ist, dazu: „Wir sind hier entschlossen, alle politischen und verwaltungskonformen Schritte entsprechend vorzubereiten und einzuleiten.“