Wormsdorf l Auf die Komödie folgte eine Tragödie – zumindest, was die dramatische Auftaktszene anbelangt. Anwohnerin Silvia Schwenk berichtet: „Die Aufräum- und Abbauarbeiten vom Theaterwochenende waren in vollem Gange, als ein lautes Fallgeräusch von oben alle Blicke auf sich zog. Einer der drei Jungstörche war aus dem Nest gefallen und versuchte nun verzweifelt, wieder in seine Kinderstube zurückzukommen. Dass er dies nicht allein schaffen würde, war allen Beteiligten klar.“

Sofort lief die Aktion Storchenrettung an. Eine Hebebühne war schnell herbei geschafft. Von dieser gelangte Hofbesitzer Bernd Wipper aufs Dach und zum erschöpften Vogel, der sich inzwischen schon teilnahmslos seinem Schicksal ergeben hatte. Unten untersuchte Tierarzt Hans-Jürgen Haase den kleinen Pechvogel und stellte zur Beruhigung aller fest, dass er nur leicht verletzt, geschockt und verausgabt sei. Allerdings hatte der Storchenfilius keinerlei Nahrung im Kropf, war aber sonst wohlgenährt – ein Indiz, dass die Altstörche ihn womöglich wegen aufkommenden Futtermangels aus dem Nest warfen.

Box im Pferdestall

Da die Gefahr bestand, dass sich dies wiederholen würde, erhielt der Patient für die Nacht eine freie Box im Pferdestall. Birgit Wipper versorgte ihn mit Wasser, und am nächsten Tag stakste Klein Adebar schon wieder munter herum.

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Für den nun vereinbarten Transport zum Storchenhof Loburg bekam der Verstoßene ein Strohlager in einer Hundetransportbox. In Loburg wurde er als 1778. Storch aufgenommen. „Dort wird er nun gut versorgt, um hoffentlich bald die weite Reise in den Süden antreten zu können“, so Silvia Schwenk erleichtert.