Hasselfelde l „In Hasselfelde kennt mich jeder“, sagt Anneliese Bunke. Kein Wunder, schließlich ist sie die älteste Einwohnerin der Stadt. Ihren 105. Geburtstag hat die rüstige Rentnerin im Seniorenpflegezentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Stadt an der Hassel gefeiert.

Nachdem die Knirpse aus der Kindertagesstätte Regenbogenland ihr ein Ständchen gesungen und ein besonderes Geschenk – eine liebevoll dekorierte Baumscheibe mit exakt 105 Jahresringen – überreicht hatten, plauschten Bekannte, Freunde und Mitbewohner aus dem Seniorenheim an der Kaffeetafel über alte Zeiten.

Geschäft

Etwa über das Geschäft, das Anneliese Bunke mit ihrem 1997 verstorbenen Mann Ernst seit 1949 in Hasselfelde betrieb. „Vorher gehörte es meinen Eltern“, erläuterte die geborene Anneliese Heydecke. „Zunächst hatten wir Haushaltswaren im Angebot, später auch Andenken und Souvenirs.“

Auch wegen des Ladens sei sie ihrer Heimat über all die Jahre treu geblieben. „Ich wollte Hasselfelde nie verlassen“, so die Jubilarin. Nur als Lernende sei sie mal für ein halbes Jahr auswärts gewesen – in Pfaffenhofen bei München als Haustochter in einer Pension.

Familie

„Wir haben ihr oft angeboten, sie zu uns zu holen“, berichtete Bunkes Schwiegertochter Kunigunde, die mit deren Sohn Jörg inzwischen im Dörfchen Paplitz bei Genthin (Landkreis Jerichower Land) lebt. Doch die 105-Jährige wolle einfach in ihrem Heimatort bleiben. „Ins Seniorenzentrum ist sie erst vor anderthalb Jahren gezogen, bis dahin lebte sie in den eigenen vier Wänden.“

Das sei nur dank der Hilfe von Sohn und Schwiegertochter sowie ihrer vier Enkel möglich gewesen, gab Anneliese Bunke das Kompliment zurück. Ihr Geheimnis? „Ich habe jahrelang viel Sport getrieben – Gymnastik, Turnen, Schwimmen.“ Das halte fit. Und ein wenig gute Gene scheinen dabei auch zu helfen. Immerhin ist ihre Schwester 94 Jahre alt geworden.

Konfirmation

Mit ihrer Energie und Lebensfreude beeindrucke sie immer noch die Mitarbeiter im Seniorenzentrum, ihre Freunde und Familie, waren sich die Gäste der Feier einig. Zwar falle inzwischen das Treppensteigen schwer, zum Gehen ist sie auf einen Rollator angewiesen, doch das halte die alte Dame nicht von ihren Hobbys wie Würfeln und Murmeln ab. Zudem besuche sie immer noch den Gottesdienst, berichtete sie. Als die älteste Hasselfelderin im vergangenen Jahr den 80. Jahrestag ihrer Konfirmation feierte, habe die Kirchengemeinde festgestellt: „Dafür gibt es ja gar keinen Begriff“, so Karsten Höpting, der neue Pfarrer in der Stadt. Laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist das höchste Konfirmationsjubiläum, das die Evangelische Kirche benennt, die Engelkonfirmation zum 85. Jahrestag des Segensrituals zum Eintritt ins Erwachsenenalter.