Jubiläum

20 Jahre Bauernkultur im Museumshof

Seit 20 Jahren gibt es den Museumshof „Ernst Koch“ in Silstedt. Nun blickten die Mitglieder auf die Anfänge zurück.

Von Kerstin Jäger

Silstedt l Den Tag des offenen Denkmals haben die Mitglieder des Fördervereins Museumshof „Ernst Koch“ Silstedt gewählt, um mit Gästen auf das 20-jährige Bestehen anzustoßen. Nach der Eröffnung wurden im restaurierten Kuhstall die ehrenamtlichen Helfer geehrt, die den Museumshof seit 20 Jahren tatkräftig unterstützen. „Wir sind dankbar für alle aktiven Mitglieder, ohne die solche Veranstaltungen nicht möglich wären“, sagte Vereinsvorsitzender Dieter Müller und überreichte die Ehrenurkunden.

Der Silstedter Museumshof „Ernst Koch“ beherbergt seit seiner Rekonstruktion im Jahr 1995 eine umfassende Sammlung bäuerlicher Alltagskultur. Davor wurde der bereits 1762 urkundlich erwähnte Hof für die Viehwirtschaft genutzt.

Letzter Eigentümer war der im Jahr 2000 verstorbene Ernst Koch, der selbst nicht auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gelebt und gearbeitet hat. Nach jahrelanger Krankheit verkaufte der Silstedter Bänker seinen Besitz. Für eine symbolische D-Mark übergab er 1995 den Hof der Stadt Wernigerode, die ihrerseits zwei Bedingungen zu erfüllen hatte. Das Museum sollte seinen Namen tragen und in einer ständigen Ausstellung das bäuerliche Leben vor 50 bis 100 Jahren präsentieren.

Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten wurden die Räumlichkeiten in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt und so für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

„Wir sind froh, dass die Stadt den Hof verwaltet“, sagte Vorstandsmitglied Petra Albrecht. Dennoch blickt sie besorgt in die Zukunft. Der Förderverein setzt sich überwiegend aus älteren Mitgliedern zusammen, die ihr ehrenamtliches Engagement bald einstellen werden. Es fehlen junge Nachfolger, die ihre Aufgaben übernehmen, so Albrecht. Umso wichtiger erscheinen da die angebotenen Projekttage zur Landwirtschaft und Heimatkunde. So konnten unter den jährlich 2500 Museumsbesuchern ein Drittel Schüler verzeichnet werden.

Noch bis Oktober sind im alten Speicher verschiedene Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und Produkte rund um die Landwirtschaft zu sehen. Im Ausstellungsraum der Heimatstube können Besucher alte und neue Kochbücher durchstöbern und hartnäckigen „Küchengerüchten“ auf den Grund gehen. Auf Schautafeln wird unter anderem veranschaulicht, welcher Zucker gesünder ist und ob braune oder weiße Eier besser schmecken.