Wernigerode l Rauschende Nächte am Kupferhammer? Wenn es nach den Party-Organisatoren Enrico Olbrich und René Voß geht, bekommt Wernigerode zwei Diskotheken auf dem Gelände des ehemaligen Berufsbildungswerkes neben den Stadtwerken. Eine für jedermann und ein Techno-Club für Jugendliche.

„Wir gehen ein großes Risiko ein, aber immerhin müssen wir nicht neu bauen“, sagt Olbrich. Der Wernigeröder, der bereits den Club „Mirage“ in Ballenstedt betreibt, setzt darauf, dass die neuen Tanztempel auch Publikum aus Halberstadt, Blankenburg und Quedlinburg anziehen.

Im „K 36“, benannt nach der Hausnummer in der Straße Am Kupferhammer, soll schon während der Weihnachtsfeiertage die erste Party gefeiert werden. „Einen Antrag dafür haben wir beim Ordnungsamt eingereicht“, sagt Enrico Olbrich. „Wir wollen ein älteres Publikum anlocken, das in besonderem Ambiente feiern will“, so Voß zum Konzept. Die Diskothek soll für bis zu 800 Feiernde Platz bieten.

Bilder

Lärmschutz auf Prüfstand

Neben mehreren Tanzbereichen versprechen Voß und Olbrich eine Lounge mit Brockenblick. „In dem Gebäude finden wir einmalige Voraussetzungen – Toiletten und Brandschutz sind bereits vorhanden, sie benötigen nur noch die Abnahme.“ Die großen Räume wollen die Investoren auch für Hochzeiten und Firmenfeiern vermieten.

Ein entsprechender Bauantrag sei im September beim Bauordnungsamt des Harzkreises eingegangen, bestätigt Ingelore Kamann. Wie die Sprecherin des Kreisamtes erläutert, habe die Prüfung erst vor zwei Wochen begonnen, da bis dahin ein Großteil der Unterlagen gefehlt habe. „Die nach einer Besichtigung vom Umweltamt geforderte Schallimmissionsprognose steht allerdings noch aus“, teilt Ingelore Kamann mit.

Damit tun sich Olbrich und Voß schwer. Sie möchten die Lautstärke in der Realität erproben. Alle Lautsprecher im Inneren der Gebäude seien so ausgerichtet, dass der Schall gebrochen werde und kaum nach draußen dringe. „Andere Häuser sind mindestens 280 Meter entfernt, damit sollten die Leute im Wohngebiet Am Kupferhammer nicht in ihrer Ruhe gestört werden“, sagt der Wernigeröder.

Anwohner befürchten Parkplatz-Problem

Sorgen bereitet den Anwohnern der Sackgasse, dass die Partygäste vor ihren Häusern parken und dort für Lärm und Müll sorgen. Einige befürchten sogar, dass vor ihrer Haustür Drogen gehandelt und konsumiert werden. Damit konfrontiert, entgegnet Olbrich: „Das können wir als Betreiber nicht kontrollieren.“

Bei Partys soll die Straße direkt hinter dem Gelände der Diskothek abgesperrt werden, plant Enrico Olbrich. Parkeinweiser und Sicherheitsdienst sollen dafür sorgen, dass die Discogänger gar nicht bis ins Wohngebiet gelangen. Auf dem Areal Am Kupferhammer 36 seien 200 Parkplätze vorhanden. „Mittlerweile kommen viele Partygäste jedoch mit dem Taxi“, sagt der Veranstalter.

Zu einer zweiten Veranstaltungsstätte wird derzeit das angrenzende ehemalige Lehrlingswohnheim umgebaut. Hier sollen drei Räume entstehen, in denen Techno-, House- und Newcomer-DJs Platten auflegen. „Wir wollen einmal im Monat Partys und Großveranstaltungen für bis zu 1 500 oder 2 000 junge Leute organisieren“, sagt Enrico Olbrich.