Wernigerode l Wenn der Stadtrat darüber diskutiert, wer den Wernigeröder Umweltpreis bekommen soll, dann gibt es mitunter zwei Meinungen. Diesmal war das jedoch anders, sagt Frank Schmidt. Einstimmig und unstreitig ist die Auszeichnung dem Förderverein des Wildparks „Christianental“ zuerkannt worden, berichtet der Leiter des Wernigeröder Gartenamtes. Das hat seinen Grund: „Der Wildpark hat eine sehr hohe Akzeptanz in der Stadt. Jeder hat gesagt: Die haben es einfach verdient.“

Mit „die“ sind die 230 Mitglieder des Fördervereins gemeint, die die Wildpark-Mitarbeiter bei der Pflege und Erhaltung des grünen Refugiums im Christianental unterstützen. Vor 21 Jahren, am 9. November 1994, ist der Zusammenschluss aus der Taufe gehoben worden und hat seitdem einiges geleistet – zum Beispiel in finanzieller Hinsicht. Insgesamt 15 000 Euro sind in dieser Zeit aus der Vereinskasse in die Einrichtung geflossen. Spender können sicher sein: „Das Geld kommt zu hundert Prozent dem Wildpark zugute“, betont Frank Schmidt, der wie Wildpark-Mitarbeiter Frank Lüddecke zum Beirat des Vereins gehört

Überall dabei mit Geld und Tatkraft

Ob es um ein neues Netz für das Greifvogel-Gehege geht, um Bänke für den Kinderspielplatz, der derzeit generalüberholt wird, oder um Krötenzäune am Rand der Promenade: An fast jeder Investition, die im Wildpark getätigt wird, beteiligt sich der Förderverein – mit Geld und ebenso mit Tatkraft. Regelmäßig finden Arbeitseinsätze statt, berichtet der Vereinsvorsitzende Wolfgang Siegl – zum Beispiel um die Benjeshecken an den Hängen zu erneuern und auszubauen, die Laub abhalten und Kleintieren Schutz bieten. „Das ist eine ständige Aufgabe.“

Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist derzeit die Pflege des oberen Teiches im Christianental. „Im Gegensatz zu dem unteren Teich ist er ein Naturdenkmal“, weiß Frank Schmidt. Im Wasser und an den Ufern haben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten eine Heimat gefunden. Lurche, Molche, Kröten und Fische bevölkern den Teich. „Flora und Fauna bilden hier eine Einheit“, betont Frank Lüddecke.

Teich braucht Grundreinigung

Einiges ist bereits geschehen. Die Mitglieder haben unlängst am Ufer Laubsperren errichtet. Doch das Gewässer muss darüber hinaus grundlegend aufgeräumt werden. „Durch den ständigen Zufluss von Wasser ist der Teich verschlammt“, erklärt Lüddecke. Die Folge: „In der Mitte dürfte der Schlamm einen Meter hoch stehen“, so Frank Schmidt. Deshalb sollen Ende 2016 das Wasser abgepumpt und das Teichbecken gereinigt werden – ein teures Unterfangen, zu dem unter anderem der Förderverein seinen Beitrag leisten will. „Das hat Priorität“, betont Vereinsschatzmeister Siegfried Lux.

Finanziell helfen dem Verein die knapp 90 Tierpatenschaften, die sich nicht nur bei Wernigerödern großer Beliebtheit erfreuen. „Viele Urlauber, die zum wiederholten Male herkommen und den Wildpark besuchen, interessieren sich dafür“, weiß Frank Lüddecke. Deshalb haben Bartkauz, Luchs und Co. nicht nur Harzer Paten, sondern auch solche aus Hamburg, Kassel und den Arabischen Emiraten.

Umweltbewusstsein fördern

Ein weiterer Teil der Vereinsarbeit sind Aufklärung und Information. „Alle Besucher lernen etwas über den Umgang mit Tieren“, betont Wolfgang Siegl. Dazu tragen nicht nur die Informationstafeln bei, sondern auch die Veranstaltungen, die der Förderverein oft zusammen mit der Stadtverwaltung organisiert. „Wir wollen das Umweltbewusstsein und das Verständnis für die Natur fördern“, sagt Wolfgang Siegl.