„Deutschland sucht den Superstar“

Als sich Schlager-Star Linda Hesse noch einer Jury stellte

Darum ist „Deutschland sucht den Superstar“ keine Premiere in Wernigerode und das hat Schlagersängerin Linda Hesse damit zu tun.

Von Sandra Reulecke 22.07.2021, 10:59
Linda Hesse
Linda Hesse Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wernigerode - Heutzutage feiert Linda Hesse Charterfolge und hat sich – nicht zuletzt dank freizügiger Fotos im Playboy – auch außerhalb der Schlagerszene einen Namen erarbeitet. 2003, mit 18, stand die Halberstädterin dagegen noch ganz am Anfang ihrer Karriere und nur auf kleinen Bühnen – etwa in der Stadtfeldturnhalle in Wernigerode. „Am 10. Mai 2003 haben wir ,Wernigerode sucht den Superstar’ veranstaltet und Linda Hesse war dabei“, berichtet Thomas Schicker der Volksstimme-Redaktion.

Er habe sich an die Veranstaltung sofort erinnert, als er davon hörte, dass Wernigerode einer der Drehorte für die TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) wird, berichtet der Musikschulinhaber. Aktuell wird die 19. Staffel des Casting-Formats in der bunten Stadt am Harz gedreht (die Volksstimme berichtete mehrfach).

20 weibliche Kandidaten

Die Premiere der Show im Jahr 2002 habe ihn auf die Idee gebracht, im Rahmen des vierten Stadtfeldfestes eine eigene Talentshow auf die Beine zu stellen, berichtet Thomas Schicker. Sie war ein voller Erfolg, wie am Montag danach in der Harzer Volksstimme zu lesen war. Die Superstar-Suche wurde „zum absoluten Höhepunkt“ – und mit 20 Kandidatinnen zu einem rein weiblichen Konkurrenzkampf.

Keine Überraschung für Thomas Schicker. „Es ist auch selten, dass sich Jungs für Gesangsunterricht anmelden“, berichtet er. Umso mehr freue es ihn, dass einer seiner wenigen männlichen Gesangsschüler mittlerweile ein bekanntes Gesicht ist: das Model Vico Mulsow.

Und was ist nun mit Linda Hesse? Konnte sie 2003 die Jury um Kirsten Fichtner, ehemalige Geschäftsführerin der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW), und Andreas Heinrich, damaliger stellvertretender Bürgermeister, von sich überzeugen? „Ich weiß nicht mehr, welchen Platz sie belegt und was sie gesungen hat“, gesteht Thomas Schicker.

Den ersten Platz belegte jedenfalls Jennifer Strzoda mit „I will always love you“ von Whitney Houston. Platz zwei sicherte sich Claudia Riebe – heute heißt sie Prinzler und arbeitet in der Harzdruckerei. Mit Romy Schneevoigt, der Drittplatzierten, habe er noch immer gemeinsame Auftritte, berichtet Thomas Schicker. Sie sei aber keine hauptberufliche Sängerin, sondern Geschäftsführerin einer Marketingagentur.

Offenes Casting im HKK

Und auch die damalige Siegerin der jüngsten Altersgruppe, Julia Paul, ist neben ihrem Job als Sport-Trainerin der Musik treu geblieben. „Sie meldete sich vor anderthalb Jahren wieder in der Musikschule für den Gesangsunterricht an“, berichtet Schicker stolz. Ihr erster Satz: „Ich war ,Big big world’“. Mit diesem Lied trat sie 2003 bei „Wernigerode sucht den Superstar“ an.

Sie und andere Gesangstalente der Region bekommen am Sonntag, 25. Juli, die Gelegenheit, ihr Talent beim Original von DSDS zu beweisen. Wie die Produktionsfirma informiert, findet von 10 bis 15 Uhr ein offenes Casting im HKK Hotel Wernigerode statt.

Thomas Schicker
Thomas Schicker
Foto: Johanna Ahlsleben