Jahrelange Restaurierungsaktion geht erfolgreich zu Ende / Am Sonnabend Konzert in der Kirche

An der Engelhardt-Orgel in Stiege können Musiker wieder alle Register ziehen

Von Burkhard Falkner

Ein dreifaches Orgelkonzert erklingt am Sonnabend in Rübeland, Stiege und Timmenrode. Die Königin der Instrumente, wie Bach sie nannte, ist dabei auf verschiedene Art zu hören. Und in Stiege gibt es sogar eine Orgel-Premiere - mit allen Registern.

Stiege/Rübeland/Timmenrode l Jahrelang war die Orgel in der Kirche "Zur Hilfe Gottes" hoch über dem See von Stiege gar nicht zu hören. Dann wieder klang sie nicht so richtig wie eine Orgel, zu viele Teile im Inneren waren kaputt. Ab Sonnabend wird das anders.

Mit einem Konzert um 16.30 Uhr geht die Sanierungsphase für das alte Instrument klangvoll zu Ende. Stieges Orgel kann wieder mit allen Tönen sauber erklingen, Organisten dürfen alle Register ziehen.

Um das Kleinod zu retten, waren einige Jahre der Sorgen um das Instrument, der Geldsammlungen, Absprachen und ab Juni 2012 auch der filigranen Handarbeit nötig.

Stieges Kirchenorgel gilt als sehr wertvoll und wurde im Jahr 1863 von Gustav Carl Engelhardt (1843-1917) gebaut, Sohn des ebenfalls berühmten Orgelbauers Johann Andreas Engelhardt. Ein Teil des Instruments ist schon um 1714 entstanden. Engelhardt ließ die heute noch sichtbaren silbernen Schaupfeifen als Attrappen stehen und baute dahinter seine neue Orgel.

Bisher wurden rund 110 000 Euro für die Wiederherstellung des seltenen Instrumentes aufgebracht. Größere Summen kamen von der Lotto-Toto-Gesellschaft, von der Kirche und der Kirchengemeinde Stiege. Ein speziell dafür gegründeter Verein war ebenso aktiv wie Ortsbürgermeister und Handwerker Helmut Hoppe, der Spendenbüchsen in Form von Orgelpfeifen anfertigte. Alles zusammen brachte den Erfolg. Die Abschlussrechnung liege aber noch nicht vor, so Pfarrerin Antje Labahn auf Nachfrage. Sie bereitet bereits die Orgel-Premiere für Sonnabend vor.

Das Konzert in Stiege ist dabei Teil eines sogenannten Wandelkonzertes mit Musik auch in den Kirchen von Rübeland (15 Uhr) und Timmenrode (18 Uhr). Wandelkonzert heiße es deshalb, so Labahn, weil Musiker und Publikum von einem Konzertort zum anderen quasi wandeln und den sich ebenfalls wandelnden Klang der verschiedenen Orgeln genießen können.

Gäste vor Ort sind jeweils willkommen, der Einritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Mitwirkende an allen drei Orgeln sind Monika und Gottfried Köhler sowie Michael Stiebe aus Hasselfelde, Jürgen Opfermann aus Blankenburg und Karsten Krüger aus Bad Harzburg. Als Flötist ist Florian Pust aus Tanne zu hören.