Wernigerode/Magdeburg l Die Harzer Volksbank mit Sitz in Wernigerode ist zu einem der wichtigsten Förderer der mittelständischen Wirtschaft in ganz Sachsen-Anhalt aufgestiegen. Das Land Sachsen-Anhalt hat der Regionalbank einen Großteil seiner Anteile an der BB/MBG übertragen. Damit halten die Wernigeröder nun 12,8 Prozent Gesellschafteranteile an dem Unternehmen, das als wichtigstes Förderinstitut für kleine und mittelständische Unternehmen im Land wirkt.

Der Verkauf der Landesanteile bildete den Schlusspunkt eines monatelangen Prozesses, wie Andreas Grobe, Leiter Zentrales Beteiligungsmanagement im Finanzministerium, gegenüber der Volksstimme erklärte. Er sei überzeugt, die richtigen Partner ausgewählt zu haben, die die Leistungsfähigkeit der BB/MBG erhalten und weiter steigern. Neben der Harzer Volksbank sicherte sich auch die Magdeburger Volksbank Anteile und stieg mit 3,1 Prozent bei der Förderbank ein.

Regionale Kenntnis

Wie deren Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab ergänzte, war neben der wirtschaftlichen Stärke nicht zuletzt die regionale Kenntnis bei der Auswahl der neuen Gesellschafter besonders wichtig. „Dies zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert unsere Region in Sachsen-Anhalt hat“, erklärte Volksbank-Vorstand Hans-Heinrich Haase-Fricke. Deshalb freue es ihn ganz besonders, über diese Konstellation die Wirtschaftskraft des Harzes nun im Land stärker einbringen und an Entscheidungsprozessen beteiligen zu können.

Für Haase-Fricke werde es künftig immer wichtiger, Existenzgründer finanziell zu unterstützen, um ihnen Investitionen in innovative Projekte zu ermöglichen, gerade wenn eigenes Kapital oder Kreditsicherheiten nicht ausreichend vorhanden sind. „Um solche Finanzierungen abzusichern, beteiligt sich die MBG mit Risikokapital an diesen Firmen“, erläuterte Haase-Fricke das Procedere. Dies sei für kleine und mittelständische Unternehmen eines der wichtigsten Förderinstrumente. „Manche Finanzierungen wären ohne die MBG nicht zum Tragen gekommen oder zu ganz anderen, schlechteren Konditionen“, wie Volksbank-Vorstand Heino Oering ergänzte. Für ihn ganz klar „eine intelligente Form der Finanzierung.“

Kein Selbstläufer

Laut Wolf-Dieter Schwab habe sich die BB/MBG seit ihrer Gründung vor 26 Jahren mit rund 270 Millionen Euro an Unternehmen im Land beteiligt und damit Investitionen von rund 1,4 Milliarden Euro angestoßen. Die finanziellen Beteiligungen lägen dabei im Durchschnitt bei rund 300 000 Euro.

Allerdings seien es durchweg „Innovationsfinanzierungen“, die im Vorfeld genau beleuchtet werden. „Es sind keine Selbstläufer. Wir benötigen dabei Fachkenntnis, um zu beurteilen, ob die geplante Innovation auch am Markt nachgefragt wird, ob sie Durchschlagskraft besitzt“, so Hans-Heinrich Haase-Fricke. Die regionale Kenntnis vor Ort sei bei dieser Beurteilung besonders wichtig. „Deshalb haben wir die Harzer mit ins Boot geholt“, betonte Schwab.

Die BB/MBG ist in ihrer Gesellschafterstruktur breit aufgestellt. Mitgesellschafter sind neben der Harzer Volksbank weitere große deutsche Kreditinstitute, die Industrie- und Handelkammern, die Handwerkskammern des Landes, Versicherungen und mehrere Wirtschaftsverbände.