Feuerwehrmann kritisiert Behandlung im Krankenhaus / Ärztliche Leitung entschuldigt sich

Ärger über die Fehldiagnose Hexenschuss

Von Tom Koch

Wernigerode. Ein Wernigeröder Feuerwehrmann musste per Drehleiter aus seinem Wohnhaus geborgen werden, weil er solche Schmerzen hatte, dass ein anderer Rettungstransport unmöglich war. Darüber hat der Feuerwehrkurier in der Volksstimmeausgabe vom Dienstag berichtet. Zu lesen stand dort auch, dass Andreas Klitzke zuvor im Krankenhaus behandelt worden ist.

Der Brandschützer wandte sich an die Redaktion, um von seiner Leidensgeschichte vor dieser spektakulären Aktion zu berichten. Diese habe damit begonnen, dass er trotz starker bei einem Feuerwehreinsatz am 21. Juli erlittener Rückenschmerzen nach einer kurzen Untersuchung mit der Diagnose auf einen Hexenschuss am Nachmittag aus dem Harz-Klinikum entlassen wurde.

Am Abend habe er so sehr über Schmerzen geklagt, dass seine Frau den Notarzt verständigen musste, der erneut die sofortige Einweisung ins Wernigeröder Krankenhaus verfügt habe. Wie der 32-jährige Wernigeröder sagte, bereits mit dem Verdacht, dass er einen Bandscheibenvorfall erlitten habe. Dies habe sich später bestätigt, deswegen wurde er in der Orthopädie des Halberstädter Klinikums behandelt und sei noch immer krankgeschrieben.

Der seit 2001 aktive Feuerwehrmann klagt: "Ich leiste seit Jahren freiwillig und unentgeltlich Hilfe, aber noch nie bin ich so enttäuscht worden." Dazu gehöre auch, dass er sich wegen der falschen Behandlung an die Patientenfürsprecherin gewandt, danach aber lange Zeit nichts mehr gehört habe. Erst daraufhin, so Andreas Klitzke, hat er sich an die Volksstimme gewandt.

Das Harz-Klinikum bestätigte auf Nachfrage diesen Vorfall. Tatsächlich, so Julia Michaelis als Qualitäts- und Beschwerdebeauftragte, sei der Feuerwehrmann falsch behandelt und trotz großer Schmerzen entlassen worden. Das hat die Klinik inzwischen in einem Schreiben an Andreas Klitzke eingeräumt, sich bei ihm für die erlittenen Schmerzen in aller Form entschuldigt und Genesungswünsche übermittelt. In dem vom Ärztlichen Direktor, Dr. Tom Schilling, unterzeichneten Brief heißt es weiter, dass die Ärzte in der Notaufnahme die Behandlung dieses Patienten ausgewertet hätten.

Dem Wernigeröder wird zugleich dafür gedankt, dass er sich mit seiner Beschwerde an die Klinik gewandt hat. Nur mit Hilfe solcher Reaktionen könne sich die Klinik qualitativ weiterentwickeln, und zugleich könnten die Mitarbeiter ihren Sinn für Sensibilität, Schmerzen und Beeinträchtigungen weiter schärfen, hieß es.

Die Verzögerung zwischen der Beschwerde und dem jetzt versandten Patientenbrief erklärte Julia Michaelis mit einer längeren Erkrankung.

Andreas Klitzke: "Ich wollte keinen großen Ärger machen oder gar Schmerzensgeld herausschlagen, lediglich auf einen Fehler hinweisen. Mit den Erklärungen und der Entschuldigung in dem Brief kann ich gut leben, schließlich hat das Harz-Klinikum einen guten Ruf."