Schierke/Wernigerode l Ein Umzug der Schierker Brandschützer noch Ende 2019? Dieses Ziel war dann doch etwas zu hoch gesteckt. Noch harren die Feuerwehrleute des Wernigeröder Ortsteils in ihrem alten Domizil hinter dem Rathaus aus - und müssen sich wohl auch noch eine Weile gedulden. Und das, obwohl die Bauleute mit Feuereifer an der Fertigstellung arbeiten.

Auf der Baustelle schräg gegenüber der Schierker Jugendherberge entsteht derzeit in Regie der Stadt Wernigerode ein moderner Gebäudekomplex. Nicht nur die Feuerwehr des Brockendorfes, sondern auch die Mitarbeiter des Bauhofs und der Bergwacht sollen später von hier aus agieren. Im Moment aber ist der Fokus erst einmal nur auf die Feuerwehr gerichtet.

„Die Gebäudehülle ist fertiggestellt“, informiert Wernigerodes Rathaussprecherin Winnie Zagrodnik zum aktuellen Baustand. Das Außengelände sei „im Rahmen der Möglichkeiten“ fertig gestellt worden.

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Noch nicht abgeschlossen sind die Arbeiten an der Anschlussstelle an die Brockenstraße, der Rückbau der Gasdruckregelstation und der Ausbau der dritten Ausfahrt aus dem Gerätehaus. „Die Fertigstellung der Außenanlagen hängt von der Witterung ab“, so Winnie Zagrodnik. Soll heißen, bei Frost könnten in Wernigerodes höchstgelegenem Ortsteil keine Tiefbauarbeiten stattfinden.

Altes Domizil ist baufällig

Innerhalb des Gebäude sind derzeit die Fliesenleger, Maler und Schreiner tätig. Der Abschluss der Ausbaugewerke für die Feuerwache sei für Ende Januar geplant, so Zagrodnik. „Somit wäre der Gebäudeteil der Feuerwehr im Februar hochbaulich fertig gestellt.“

Umziehen können die Brandschützer aber trotzdem nicht. Wie aus dem Wernigeröder Rathaus mitgeteilt wird, gibt es Probleme bei der Innenausstattung. „Der Termin für die Lieferung der Möbel ist leider noch nicht fix, da es Lieferverzögerungen gibt“, heißt es. Erst im April werde mit den Möbel gerechnet. Das bedeutet, vor April gibt es keinen Umzug.

Mit dem neuen Gerätehaus geht für die Schierker Ortswehr ein großer Wunsch in Erfüllung. Der alte Sitz hinter dem Rathaus ist nicht nur baufällig, sondern auch viel zu klein für die zwei Löschfahrzeuge – das mahnten die Kameraden schon vor Jahren an. Die Stadtverwaltung reagierte schließlich. Und Wernigerodes Lokalpolitiker gaben grünes Licht für den Neubau. Baustart war im Herbst 2017 - nach Verzögerungen bei der Baugenehmigung.

Zuletzt hatte die Ausschreibung des Außengeländes den Verantwortlichen im Wernigeröder Rathaus Sorgenfalten ins Gesicht getrieben. Zwei Mal musste die Stadt die Ausschreibung platzen lassen, weil das günstigste der eher spärlich eingegangenen Angebote immer noch weit über der Kalkulation der Stadt lag. Keine Option - zumal der Finanzrahmen für das Bauprojekt längst gesprengt war. Zu Baubeginn war man von etwa 2,5 Millionen Euro für den Komplex ausgegangen. Doch die Kosten schnellten in die Höhe.

Kosten schnellten in die Höhe

Gründe für den Anstieg waren laut Verwaltung der problematische Baugrund, die Winterbauheizung, die notwendige Verlegung eines Wassergrabens, die geforderte Versetzung der Gasstation und der Lager für Salz und Streugut sowie die explodierenden Preise in der Baubranche. Alles zusammen machte eine dreiviertel Million Euro mehr aus.

Deshalb wurde im Wernigeröder Rathaus kurzerhand umgeplant. Knapp 500.000 Euro für die Fertigstellung der Feuerwache wurden von anderen Projekten abgezweigt. Die noch ausstehenden Arbeiten an den Räumlichkeiten für Bergwacht und Bauhof – und damit auch die entsprechenden Kosten – wurden ins Jahr 2020 geschoben. Für die Außenanlagen wurden im dritten Versuch schließlich eine Baufirma gefunden. Die Stadt hatte vorher die Leistungen abgespeckt. So wurden auch die Außenanlagen für den Bauhof und die Bergwacht herausgenommen.

Das heißt, nach dem Umzug der Feuerwehr gehen die Arbeiten innerhalb und auch außerhalb der neuen Einsatzzentrale weiter. „Der zweite Bauabschnitt für Bauhof und Bergwacht und die zugehörigen Außenanlagen und Ausbaugewerke wird im Februar ausgeschrieben“, informiert Winnie Zagrodnik. Eine Zeitschiene für diese Arbeiten gebe es noch nicht. Es sei aber geplant, die gesamte bauliche Anlage bis Mitte 2020 betriebsfähig herzustellen. Kommentar