Schierke/Torfhaus (dpa) l Parkplätze liefen "ruck zuck zu", sagte ein Sprecher der Polizei Goslar am Dienstag. Es sei so voll, dass die Menschen draußen die notwendigen Abstände nicht einhalten könnten. "Es ist nicht verboten, in den Harz zu fahren, es gibt kein Reiseverbot – das ist die Problematik", sagte der Sprecher. Bereits in den vergangenen Tagen stauten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang. Auf der Bundesstraße 4 von Bad Harzburg Richtung Torfhaus ging es weder vor noch zurück.

Am Montag hätten fünf Zentimeter Schnee gelegen, hieß es. Zwischenzeitlich habe es geregnet, von der weißen Decke seien nur noch Reste übrig. "Schneevergnügen ist das nicht."

"Wenn bei fünf Zentimetern Schnee einen halben Tag gerodelt wurde, blickt da jetzt die Wiese durch", sagte Christin Wohlgemuth, Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes. Trotzdem fühle sie sich an normale Wintersporttage erinnert. Weiter oben im Harz, sei "die Hölle los". Die Kennzeichen der Autos reichten von Berlin über Potsdam bis Bremen.

"Wir sehen das zwiegespalten", sagte Wohlgemuth. "Einerseits freuen wir uns über den Zuspruch und darüber, dass wir den Menschen Abwechslung bieten können." Andererseits sei man auch daran interessiert, dass die Pandemie so schnell wie möglich unter Kontrolle sei und die Tourismusbranche wieder öffnen könne. Etwas entspannter als in Torfhaus, Braunlage, Schierke oder am Wurmberg sei die Lage rund um Bad Harzburg und Goslar. Dort liege zwar kein Schnee, aber schöne Wanderungen seien allemal möglich. Allerdings sollten Wanderer aufpassen. Stürme hätten die Gefahr von Baum- und Astbruch erhöht. "Das kann lebensgefährlich sein", sagte Wohlgemuth. Einige Wanderwege seien bereits gesperrt.