Blankenburg l Für viele Selbstständige geht es in diesen Tagen ans Eingemachte. Die behördlich verordneten Schließungen von Geschäften und Studios wegen der Corona-Pandemie bringen nicht wenige an den Rand ihrer Existenz. Denn die Kosten für Strom, Gas, Wasser, aber vor allem von Mieten und Kreditraten laufen unvermindert weiter. „Wir können diese Entscheidungen des Landes Sachsen-Anhat nachvollziehen, da wir mit dem Ziel angetreten sind, uns für die Förderung der Gesundheit einzusetzen“, sagt Thilo Reinsch, der mit seiner Schwester Katina Hacker die Fitness- & Gesundheitsakademie „RM Balance“ in Blankenburg betreibt. Doch auch für ihren Betrieb gilt: „Die Situation ist für uns existenzgefährdend, wenn unsere Kunden und Patienten nicht trainieren und uns deshalb Einnahmen fehlen“, erklärt Thilo Reinsch. Deshalb hat er sich mit seinen Kollegen überlegt, die Mitglieder weiterhin so gut es geht fachlich zu betreuen.

Hilfe mit Technik

Mit Hilfe von Mario Möller, dem Chef der Ton- und Lichtfabrik in Blankenburg, wurden eigene Trainingsvideos produziert. „Er hat uns mit professioneller Technik ausgestattet, denn einfach nur die Videokamera nehmen und los gehts ... Das geht nicht“, erläutert Thilo Reinsch, der dem Technikprofi herzlich dankt. Denn mit den Übungsvideos kann allen Interessierten nicht nur weiterhin ein Training angeboten werden. „Wichtig war es uns auch, dass unsere Mitglieder mit uns persönlich in Verbindung bleiben, sie uns auch sehen“, so Reinsch. So kommen aktuell sechs ausgebildete Trainer, Therapeuten und Sportwissenschaftler aus der Wilhelmstraße nun zu jedem quasi nach Hause - per Internet. „An unseren Wohnzimmer-Fitnesskursen können alle Sportinteressierte wochentags um 18 Uhr live an den Online-Kursen über facebook und unseren YouTube-Kanal teilnehmen“, so Thilo Reinsch.

Damit verbunden ist auch die Hoffnung, dass die Menschen auch in dieser Zeit in Bewegung bleiben. „Nach wie vor sind wir der festen Überzeugung, dass ein hochqualifiziert angeleitetes und umfassendes Fitnesstraining die beste Präventionsmaßnahme für die Gesundheit darstellt. Daher: Trainiert bitte weiter!“, so der Appell von Thilo Reinsch.

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Die angebotenen Fernseh-Kurse dauern jeweils etwa 20 Minuten und sind für Jedermann geeignet. Angeboten werden unter anderem Übungen für Bauch-Beine-Po, für einen gesunden Rücken, Yoga und Power Yoga, Faszientraining, aber auch Langhanteltraining - in Ermangelung von Eisenstangen geht das auch mit dem Besenstiel und einer Wasserkiste. Die Abwechslung werde große geschrieben. „Wir nehmen auch inhaltliche Wünsche entgegen“, so Thilo Reinsch, der damit auch für sein Studio und den dort beheimateten Reha-Sportverein hofft, diese Zeit zu überstehen. Denn offiziell ist RM Balance geschlossen.

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Bitte um Unterstützung

In einem Infobrief wurden die Kunden und Patienten über die schwierige Lage informiert, um Verständnis und Unterstützung gebeten. Darin wird auch erläutert, vor welchen Herausforderungen das Familienunternehmen steht. Angeboten werden ihnen bestimmte Ausgleichsangebote für diese Ausfallzeiten. Dadurch hoffen Thilo Reinsch und Katina Hacker, die finanziellen Lasten für Miete, Personal, Gerätekosten von ihrem Unternehmen und auch dem Reha- und Präventionssportverein auf mehrere Monate verteilen zu können - „um auch nach der behördlich angeordneten Schließzeit unsere Dienstleistung mit hochqualitativer Betreuung in vollem Umfang gewährleisten“ zu können.

Einkaufszettel auf Wunsch

„Wir werden diese Zeit nutzen, um die Akademie auf Vordermann zu bringen. Während der gesamten Zeit der Schließung sind wir weiterhin für unsere Mitglieder da“, kündigten die beiden an. So organisieren sie unter anderem auf Wunsch auch eine Einkaufshilfe für Lebensmitteln für Kunden, die sich krank und schwach fühlen - ein Anruf oder eine E-Mail genügen.

„So eine Krise ist auch uns aus 30 Jahren RM Balance völlig unbekannt. In diesen besonderen Zeiten möchten wir zusammenstehen und sagen: ,Ihr seid alle weiterhin herzlich willkommen. Wir stehen das gemeinsam durch. Bis dahin sehen wir voller Zuversicht, Achtsamkeit und Verständnis füreinander ,normalen‘ Zeiten entgegen und freuen uns auf das baldige persönliche Wiedersehen.“