Wernigerode l Die Sprechchöre auf dem Nico sind am Freitagmittag weithin hörbar: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Gut und gern 200 Schüler von drei Gymnasien sind mit Plakaten und Spruchbändern aufmarschiert, um für Klima- und Umweltschutz zu demonstrieren. Die Schüler verschiedener Klassenstufen eint die Sorge, dass sie und ihre Kinder und Kinderskinder Lebenschancen auf der Welt verlieren könnten, wenn der Raubbau an der Natur ungebremst fortgesetzt wird.

Für Gesa Gärtner, maßgebliche Initiatorin der Aktion und Schülerin des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums, ist Umweltschutz einfach essenziell wichtig. Und nicht nur das, räumt die Zwölftklässlerin ein. „Es ist auch eine coole Sache, sich für Umweltschutz einzusetzen.“

Viele Schüler denken so

So wie sie denken offensichtlich alle der Schüler. Viele stammen aus dem Hauptmann-Gymnasium, andere aus dem Landesgymnasium für Musik sowie dem Stadtfeld-Gymnasium. Und – Gesa Gärtner betont im Gespräch Aspekte, die ihr persönlich wichtig seien. So gehe es keineswegs darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern das eigene Bewusstsein – und im besten Fall das anderer Menschen – für den Umweltschutz zu sensibilisieren. „Und den Politikern wollen wir zeigen, wie wichtig es uns ist, dass unsere Erde so bleibt.“

Die Aktion unter dem Motto „harzforfuture“ fügt sich in zahlreiche vergleichbare in ganz Deutschland und im Ausland ein. So demonstrierten am Freitag beispielsweise mehr als 150 Schüler im Rahmen der internationalen Initiative „Fridays for Future“ in Magdeburg ebenfalls für mehr Klima- und Umweltschutz.

Die Polizei begleitete die Demonstranten und lobte ausdrücklich deren Disziplin. „Aus unserer Sicht gibt es überhaupt keine Probleme“, so Kommissariatschefin Anja Hempel. Und mehr noch: Es sei lebensnahe Demokratie, wenn Schüler auf diese Weise lernten, wie Demonstrationen angemeldet und durchgeführt würden. „Und es ist schön, wenn sie so lernen, dass man Meinungen auch ganz friedlich vertreten kann“, so die Polizeirätin.

Eines war den Schülern übriges auch noch wichtig: Erst die Schule, dann die Zeugnisse und erst danach die Demo.