Derenburg l Am Eingang stapeln sich Dosen mit Hunde- und Katzenfutter sowie Spielzeug für die Vierbeiner. Das Tierheim Derenburg ist zu Weihnachten reich beschenkt worden. „Wir sind ganz begeistert von der Hilfs- und Spendenbereitschaft vieler Tierfreunde“, sagt Dagmar Fichtner. Doch auch für sie und die anderen beiden Mitglieder des Teams der Einrichtung an der Straße Im freien Felde nahe der Holtemme sei das eine oder andere Päckchen dabei gewesen – mit Kaffee, Wein und Schokolade.

Dazu kämen in diesem Jahr neben der Wunschzettel-Aktion von Fressnapf in Halberstadt besonders viele Spenden von Firmen. „Wir können den Gewerbetreibenden nur dankbar sein, dass sie trotz Corona-Krise etwas für uns übrig haben“, erläutert Fichtner. Als Beispiel nennt sie die langjährigen Unterstützer vom Sandstrahl-Service Rose aus Blankenburg, die 400 Euro beisteuerten.

Vermittlungsstopp

Das Geld werde in Derenburg dringend benötigt: Das Dach des Katzenhauses ist marode und undicht, es regnet rein. „Das wollen wir unbedingt im Frühjahr erneuern lassen“, sagt die Chefin der Tierheims. Gespräche mit einem Dachdecker für einen Termin habe sie bereits geführt. Doch dafür würden noch weitere Spenden benötigt.

Für die aktuell 17 Bewohner des Katzenhauses und 20 Hunde in der Einrichtung besteht unterdessen seit Montag, 21. Dezember, ein Vermittlungsstopp. Damit soll vermieden werden, dass Tiere unüberlegt zu Weihnachten angeschafft werden – und sich nach kurzer Zeit aus Desinteresse oder wegen Zeitmangels der neuen Herrchen und Frauchen niemand mehr um sie kümmert.

Finanzielle Einbußen

Ein Trend, den Dagmar Fichtner vor allem während der ersten Phase des coronabedingten Stillstands im öffentlichen Leben im Frühling beobachtet hat: „Da hatten wir vermehrt Anfragen nach dem Motto ‚Ich bin jetzte in Kurzarbeit oder Zuhause und hätte jetzt Zeit für ein Haustier‘.“ Diesen Anrufern hätten sie und ihre beiden Mitarbeiter versucht zu vermitteln, welche Verantwortung mit der Adoption eines Tieres verbunden sei. Offenbar mit Erfolg: „Kein einziger Hund und keine Katze, die wir in dieser Zeit vermittelt haben, wurde zurückgegeben“, sagt Fichtner.

Doch die Corona-Krise brachte noch weitere Probleme für das Tierheim mit sich: „Wir mussten große Einbußen bei den Pensionstieren hinnehmen – sonst ein wichtiges finanzielles Standbein für uns“, berichtet sie weiter. So habe sich bemerkbar gemacht, dass viele Harzer im Sommer wegen der Tourismusbeschränkungen oder aus Angst und Ungewissheit nicht verreisen konnten oder wollten. Damit brauchten sie für diesen Zeitraum auch keine Betreuung für ihre vierbeinigen Lieblinge.

Hilfe beim Gassigehen

Doch die Pandemie habe auch eine Welle des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft für das Tierheim angespült: „So viele Anfragen von Menschen, die mit unseren Hunden Gassigehen wollen, hatten wir noch nie.“ Das sei weiterhin nur nach vorherhiger Terminvereinbarung am Telefon möglich. Die Einrichtung selbst ist seit November für Besucher geschlossen. So würden die Hunde den ehrenamtlichen Spaziergängern am Eingang übergeben, Interessenten für ein Tier aus dem Heim dürften dieses nur nach Anmeldung und einzeln betreten.

„Bei einem nur dreiköpfigen Team darf niemand ausfallen – da können wir kein Infektionsrisiko eingehen“, erläutert Dagmar Fichtner. Im Arbeitsalltag falle das Abstandhalten untereinander nicht schwer bei getrennten Bereichen, etwa in Hunde- und Katzenhaus. Über die Weihnachtsfeiertage wechselten sich die Chefin und ihre beiden Mitarbeiter in einem Schichtsystem ab.

mehr Informationen hier,  Telefon: (03 94 53) 2 15; Spenden auf das Konto mit der IBAN: DE85 8105 2000 0320 2645 21 bei der Harzsparkasse