Cattenstedt l Die Fassungslosigkeit in Cattenstedt sitzt tief: Unbekannte Täter haben seit Jahresbeginn 2021 alle zehn Fenster des Dorfgemeinschaftshauses in der Worth zerstört, dazu drei Scheiben und eine Scheibe der Eingangstür der Friedhofskapelle in der Schmiedestraße. „Zum Glück nutzt wegen der Corona-Beschränkungen derzeit niemand das Haus, doch über diese sinnlose Zerstörungswut kann ich nur den Kopf schütteln“, sagt Ortsbürgermeister Werner Greif (parteilos).

Die ersten kaputten Fenster am Vereins- und Feierhaus wurden am Sonntag, 3. Januar, bemerkt, die Täter vollendeten ihr Werk und zerstörten die restlichen Scheiben in der Nacht zum Sonnabend, 9. Januar. Auffällig dabei: „Die Löcher sind alle etwa faustgroß und kreisrund“, erläutert Greif. Dazu seien im Schnee im Umkreis der Fenster keine Fußspuren zu erkennen. Das lässt für den Ortschef nur eine Vermutung zu: „Die Täter müssen aus der Ferne agiert haben – vielleicht mit einer Druckluftwaffe oder einer Steinschleuder.“

Gestohlen worden sei glücklicherweise nichts, die doppelt verglasten Fenster sprangen nicht komplett. Lediglich die Verglasung am Lagerraum sei gänzlich durchbrochen worden. Doch auch an dieser Stelle scheiterte der Einbruchsversuch.

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Polizei fahndet nach Tätern

So sind die Fenster des Dorfgemeinschaftshauses nun notdürftig mit Spanplatten verbarrikadiert. Der Technische Eigenbetrieb der Stadt sicherte am Montag die beiden am zurückliegenden Wochenende zerstörten Scheiben. Bei der Polizei sind nach einem Zeugenaufruf unterdessen noch keine Hinweise eingegangen. „Wir hoffen aber weiter auf Erkenntnisse aus der Bevölkerung“, so Uwe Becker, Sprecher des Harzreviers, am Montag auf Volksstimme-Anfrage. Wer etwas beobachtet habe, werde gebeten sich unter Telefon (0 39 41) 67 42 93 bei den Beamten in Halberstadt zu melden.

Um dem Vandalismus im Dorf Herr zu werden und weiteren Schaden zu verhindern, bittet Ortschef Greif nun die Stadtverwaltung um Hilfe. „Das Sicherheitsunternehmen, das bereits in der Stadt für Ruhe und Ordnung an öffentlichen Plätzen sorgt, war am Sonntagabend auch in Cattenstedt unterwegs“, antwortet Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU).

Werner Greif regt zudem mehr Beleuchtung in der Dunkeheit für den am Sportplatz außerhalb des Ortskerns gelegenen Flachbau an. Zudem könnten Außenjalousien oder Rolläden die Fenster in der nutzungsfreien Zeit schützen. Auch ein Warn- und Verbotsschild à la „Betreten für Unbefugte verboten“ hält Greif für denkbar. Ein System zur Videoüberwachung sei dagegen aus seiner Sicht kaum realisierbar. „Dafür gibt es hohe rechtliche Hürden.“ Die Vorschlagsliste aus Cattenstedt würde im Rathaus geprüft, berichtet Verwaltungschef Breithaupt.

Bereits im Sommer Schäden am Sportplatz

Die zerstörten Fensterscheiben von Dorfgemeinschaftshaus und Kapelle sind nicht die erste Serie von Vandalismus, unter der die Cattenstedter in jüngster Zeit zu leiden haben, ergänzt Werner Greif. Im Juli vergangenen Jahres machten sich Unbekannte immer wieder an Bänken und Tischen am Sportplatz in der Worth zu schaffen: Sie ritzten und malten verfassungfeindliche Symbole auf die Holzmöbel, hinterließen zerschlagene Bierflaschen und Glasscherben.

Doch nach einem Aufruf zu mehr Aufmerksamkeit während der Abenstunden im Dorf war der Spuk ein paar Wochen später vorbei. „Im Vergleich zu den Schmierereien im Sommer ist das nun aber eine ganz neue Qualität der Zerstörungswut“, resümiert Ortsbürgerneister Werner Greif und hofft auf Besserung.